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Selbstwert

Dein Selbstwertgefühl ist Ergebnis deiner Bewertungen, Einstellungen und Entscheidungen.

Unser Selbstwertgefühl setzt sich aus mehreren Fähigkeiten, Erfahrungen und inneren Einstellungen zusammen. Dazu gehören unsere Glaubenssätze und die persönliche Bewertung der eigenen Erfolge, vermeintlicher Misserfolge und des eigenen Verhaltens. Unser Selbstwertgefühl bestimmt maßgeblich darüber, ob wir mit unserem Leben glücklich und zufrieden sind - oder eher unglücklich und unzufrieden. Menschen mit einem hohen Selbstwertgefühl sind erfolgreicher und glücklicher als Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl.

Grundlage des Selbstwertgefühls ist die Erfahrung und das Vertrauen darauf, dass wir ...
* mit den Herausforderungen des Lebens zurechtkommen können.
* Einfluss und Wirkung auf unser Leben haben.
* die Fähigkeit haben, bei auftauchenden Problemen zu handeln und Lösungen finden zu können.
* für uns selbst und andere sorgen können und unsere Bedürfnisse befriedigen können.

Der Grad dieses Vertrauen ist maßgeblich für unsere Selbstsicherheit, unser Selbstvertrauen und unser Selbstwertgefühl.

Ein gutes Selbstwertgefühl zu haben, hat indes nichts mit Angeberei, Erhöhung oder Arroganz zu tun. Wenn Menschen sich so verhalten, zeigen damit nicht ein zu großes, sondern ein zu geringes Selbstwertgefühl. Sie meinen, durch Angeberei anderen ihren Wert beweisen zu müssen. Menschen mit einem gesunden Selbstwertgefühl haben nicht den Drang, sich anderen gegenüber als überlegen darzustellen oder sich mit anderen zu vergleichen.

Unser Selbstwertgefühl wurde/wird vor allem geschwächt durch:
* Kritik von anderen (Eltern, Großeltern, Verwandten, Lehrern, Mitschülern etc.)
* vermeintliche Misserfolge (eine Frage der Bewertung!)
* dem Gefühl, Fehler gemacht zu haben (Schuldgefühle, Bedauern)
* Vergleich mit anderen (ich bin schlechter als andere / andere können das besser als ich)
* Hader mit den Umständen (Ablehnung dessen, was ist. Z.B. der eigene Körper, Beruf, Kollegen, Chef, Partner etc.)

Unzufriedenheit mindert immer auch das eigene Selbstwertgefühl. Wer meint, ein Opfer der Umstände oder ein Opfer der Handlung oder Nicht-Handlung anderer zu sein, schwächt sich, weil dies die Illusion von Ohnmacht und Handlungsunfähigkeit erzeugt. Niemand außer uns selbst kann uns glücklich machen. Niemand außer uns selbst hat die Macht, unser Glück zu verhindern - es sei denn, wir billigen jemanden anderen die Macht zu, unser Glücks- oder Unglücksgefühl zu beeinflussen.

Die Schwächung des eigenen Selbstwertgefühls durch andere kann allerdings auch ein großer Antrieb sein. Viele erfolgreiche Menschen wurden von ihren Vätern oder Müttern als "Versager" bezeichnet oder hörten oft Sätze wie "Du bringst es sowie zu nichts!". Das kann einerseits zur Resignation führen - aber auch zum Motto: "Jetzt erst Recht!" und einem großen Antrieb, besondere Leistungen zu bringen, um den Eltern zu beweisen, sehr wohl "etwas wert" zu sein.

Aus diesem Grunde definieren viele von uns ihren Selbstwert über ihre Leistung. Wenn dies die Basis für das Selbstwertgefühl ist, führt dies dazu, dass Betroffene häufig besonders lange und hart arbeiten, weil sie sich selbst und anderen auf diese Weise ihren Wert beweisen wollen. Dies ist allerdings ein Vorhaben, das niemals endet, ein Fass ohne Boden, das niemals zur Erfüllung führt. Denn das Loch, dass ein mangelndes Selbstwertgefühl erzeugt, lässt sich nicht füllen, indem man besonders viel arbeitet, sich anstrengt und möglichst perfekt ist.

Unser "Wert" basiert nämlich nicht in der Quantität unsere Leistung, sondern vor allem auf der Art und Weise, wie wir unsere Fähigkeiten und die uns zur Verfügung stehenden Mittel (Zeit, Intelligenz, Material, Kraft usw.) für unsere Ziele einsetzen. Es ist nicht unsere Leistung, die unseren Wert beweist, sondern die Fähigkeiten, die zu diesen Leistungen geführt hat.

Viele erfolgreiche Menschen und Millionäre haben krasse Misserfolge und Konkurse erlebt. Aber selbst, wenn ihnen alles Erreichte unter den Füßen weggebrochen ist, haben sie sich anschließend wieder aufgerichtet und ihre Fähigkeiten erneut eingesetzt - mit Beharrlichkeit und Ausdauer. Bei diesem Prozess haben sie ihre Kompetenz und Fähigkeiten weiter trainiert und weiterentwickelt - und wurden schließlich wieder erfolgreich. Umgekehrt sind die meisten Lottomillionäre nach 2 Jahren wieder genauso arm wie vor ihrem Gewinn. Ihnen fehlt die Kompetenz, Vermögen zu erzeugen, zu vermehren oder zu halten. Aus diesem Grunde läuft auch die Idee der "Umverteilung" von reich nach arm, wie es von vielen politisch links orientierten Menschen vertreten wird, ins Leere. Ärmere Menschen meinen in ihrem Mangelbewusstsein, ihr Leben würde besser, wenn die Reichen ihnen etwas abgeben würden. Tatsächlich wären sie jedoch nach kurzer Zeit wieder genauso arm wie vorher - siehe die Lottomillionäre.

Reichtum oder Armut sind - von wenigen Ausnahmen abgesehen - die Folge innerer Einstellungen. Wahre Macht liegt daher nicht im Reichtum an sich, sondern in der Quelle des Reichtums: Der Kunst, die einem zur Verfügung stehenden Mittel und Fähigkeiten möglichst wirkungsvoll einzusetzen.

Ob wir unsere Fähigkeiten und Potenziale nutzen oder sie verkümmern lassen ist eine Folge der ENTSCHEIDUNGEN, die wir getroffen haben und tagtäglich treffen. Auch uns NICHT zu entscheiden oder nicht über diese Mechanismen nachdenken zu wollen, ist eine Entscheidung. Es sind unsere Entscheidungen, die in Summe über unser Selbstwertgefühl bestimmen.

Es ist unsere Wahl, ob wir bewusst leben, unsere Intelligenz nutzen, immer weiter lernen und uns weiterbilden. Ob wir über uns selbst, über unsere Ziele, unsere Werte, unsere hilfreichen und die für uns schädlichen Einflüsse und Beziehungen nachsinnen und klar werden. Ob wir über die Folgen unserer Worte und Handlungen nachdenken. Oder all dies eben NICHT tun. Dies sind alles persönliche Entscheidungen, die wir laufend treffen - wenn auch meist unbewusst.

Grundsätzlich ist jeder von uns unendlich wertvoll. Jedem von uns steht es zu, erfolgreich und glücklich zu sein. Dieses Recht müssen wir uns nicht erst "verdienen", es ist unser Geburtsrecht.

Aber ob wir uns tatsächlich wertvoll und glücklich fühlen oder nicht, hängt in großem Maße von unserem Selbstwertgefühl ab. Daher ist es so sinnvoll, sich für das eigene Wohlempfinden und Glücksgefühl mit den Quellen des Selbstwertgefühls zu beschäftigen. Die folgenden Aspekte, die unser Selbstwertgefühl maßgeblich beeinflussen, kannst du in separaten Kapiteln nachlesen - klicke einfach auf die Titel:

1. Bewusst leben. Deine Gedanken, Gefühle und Eindrücke jederzeit bewusst wahrzunehmen. Dir deiner Bedürfnisse, Werte und Ziele bewusst zu sein.

2. Selbstakzeptanz. Dich so zu akzeptieren, wie du bist. Jede Form von Ablehnung schwächt. Akzeptanz stärkt.

3. Eigenverantwortung. DU bist verantwortlich für das, was du sagst, was du denkst, für dein Handeln und dein nicht-handeln. Für die Folgen deiner Entscheidungen. Für das Leben, das du lebst. Niemand sonst. Es wird auch niemand kommen, der dich glücklich macht oder deine Aufgaben und Probleme für dich lösen wird. Du bist verantwortlich für dein Leben - und niemand sonst.

4. Selbstbehauptung. Die Fähigkeit, für deine Interessen und Werte einstehen und sie gegenüber den Interessen anderer zu verteidigen. Nur wenn du in deiner vollen Kraft bist, kannst du dir selbst und anderen bestmöglich dienen.

5. Ziele setzen. Motivierende Ziele mobilisieren unsere Kräfte. Wer nicht weiß, was er will, bekommt auch nicht, was er habe könnte.

6. Persönliche Integrität. Nicht Wasser predigen und dann Wein trinken: Denken, reden und handeln in Übereinstimmung mit den eigenen Wertvorstellungen.

Diese Themen liefern dir die Schlüssel, um dein Selbstwertgefühl verbessern zu können. Was dich jetzt noch daran hindern könnte, ist:
1. der Impuls, einer möglicherweise unangenehmen Konfrontation mit deinem Selbstbild ausweichen zu wollen und
2. die Faulheit, sich mit dir selbst und deinem Selbstwert ernsthaft auseinanderzusetzen.

Ja, es ist Arbeit, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Aber wenn du dir die Zeit nimmst, die hier beschriebenen Punkte für dich aufzuarbeiten, zu klären und damit beginnst, sie in deinem Alltag umzusetzen, wirst du erleben, wie sich dein Glücks- und Lebensgefühl in kurzer Zeit dramatisch verbessert. Wofür investiert du deine freie Zeit tagtäglich? Wäre es dir für die Verbesserung deines Lebensgefühls nicht wert, dich jetzt auf diese Reise zu begeben?

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