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Selbstliebe

Dein Mangel an Selbstliebe ist die Wurzel deines Leids.

Selbstliebe ist einer der wichtigsten Voraussetzungen, um ein glückliches und erfülltes Leben zu leben. Erst wenn wir uns selbst lieben sind wir in der Lage, Liebe GEBEN zu können und andere Menschen wahrhaft zu lieben. Und erst das Liebe GEBEN macht das Liebe EMPFANGEN möglich. Von anderen geliebt zu werden, erhöht wiederum unsere Selbstliebe. Dies ist der KREISLAUF DER LIEBE - und alles beginnt mit der Fähigkeit zur Selbstliebe.

Es ist unser grundlegendstes Bedürfnis als Mensch, zu lieben und geliebt zu werden. Jedes Kind sehnt sich nach der Liebe seiner Eltern. Allerdings machen wir fast alle die Erfahrung, dass diese Liebe ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr bedingungslos ist, sondern von unserem Verhalten abhängt. Damit wir weiterhin die Liebe unserer Eltern erhalten, passen wir unser Verhalten teilweise so an, dass Papa und Mama uns (wieder) lieb haben. Obwohl wir überhaupt keine Lust dazu haben, räumen wir dann unser Zimmer auf, versuchen gute Noten in der Schule zu erhalten, uns nicht zu prügeln, lieb, brav und leise zu sein - oder was immer sonst unsere Eltern von uns wünschen.

Dieses Verhalten setzen wir auch als Erwachsene fort. Wir alle wollen von anderen respektiert, akzeptiert und geliebt werden. Schau mal genau hin: Deine Gedanken kreisen oft darum, was andere über dich denken, wenn du dies oder jenes tust. Betrachte einmal genau, WAS du alles machst - und WARUM du das tust. Du wirst feststellen: Ganz viele Dinge tust du letztlich nur, um von anderen geliebt zu werden. Einige Psychologen behaupten sogar, dass ALLES, was wir tun, letztlich auf dieses Motiv zurückzuführen ist.

Wir verbiegen uns, um Liebe zu erhalten.
Als Kind wurden wir alle gemaßregelt. Wir sollen dies nicht tun, jenes unterlassen, nicht laut sein, nicht herumschreien, nicht toben, sollen nicht herumheulen, wenn uns etwas weh tut - und so weiter. Wir bekommen auf vielfältige Weise vermittelt, dass wir so, wie wir natürlicherweise als Kind sind, nicht "gut" sind, nicht "OK". Und da wir geliebt werden wollen, lernen wir früh, dass wir bestimmte Dinge besser tun oder lassen, um von unseren Eltern geliebt zu werden.

Dies bringt uns in einen Konflikt mit uns selbst, denn indem wir uns für unsere Eltern "verbiegen", verlieren wir gleichzeitig die Achtung vor uns selbst. Denn wir beginnen, eine Rolle zu spielen. Wir sind nicht mehr authentisch, nicht mehr so, wie wir eigentlich sind. Wir fangen an, auf das Ausleben bestimmter Verhaltensweisen, die uns eigentlich ausmachen, zu verzichten. Wir stecken zurück, was unsere eigenen Bedürfnisse angeht. Die Folge ist, dass etwas in uns traurig wird - denn der Preis dieser Anpassung ist der Verlust der Verbindung zu uns selbst, unserer Integrität und Selbstachtung. Wir fangen an, uns selbst nicht mehr zu mögen, vielleicht sogar uns selbst zu verachten.

Wir müssen wieder lernen, uns selbst zu lieben.
Als wir auf die Welt kamen, liebten wir uns selbst und alles um uns herum. Je weniger unsere Eltern in der Lage waren, sich selbst zu lieben, desto weniger konnten sie diese Fähigkeit zur Selbstliebe in uns belassen oder uns in diesem Aspekt weiter fördern. Wenn unsere Eltern mit sich selbst unzufrieden waren und sich selbst nicht lieben konnten, haben sie dies automatisch auch auf ihre Kinder übertragen. Was man an sich selbst nicht mag, kritisiert man an anderen. Dies trifft auch auf unsere Eltern zu. Wir haben daher all die Selbstkritik unserer Eltern abbekommen.

Die Phase unserer Pubertät hatte den Zweck, dass wir uns von unseren Eltern lösen und ein eigenständiges Leben beginnen. Wenn wir ausreichend positiv unterstützt wurden, konnten wir in dieser Zeit unseren Selbstwert wieder aufbauen und genügend Selbstliebe für unseren eigenen Weg entwickeln. Bei den meisten von uns war das jedoch nicht der Fall. Und so sind die Selbstzweifel geblieben. Die Folge ist, dass die meisten Menschen unzufrieden mit sich selbst sind. Und ebenso mit dem Leben als solchem, denn dies ist immer nur ein Spiegel des Inneren.

Deine Unfähigkeit, dich selbst zu lieben, ist die Wurzel deines Leids.
Wenn du dich selbst nicht lieben kann, liebst du ersatzweise Geld, deine Arbeit, den Erfolg, Shopping, tolle Klamotten, schöne Autos, dein Haustier oder Ähnliches. Doch all dies macht deinen Mangel an Selbstliebe nicht wett. Und so bleibst du tendenziell unzufrieden, empfindest ein Gefühl der Leere, hast wenig Hoffnung oder Zuversicht für die Zukunft und empfindest das Leben und all deine Bemühungen als scheinbar sinnlos. Der klassische Ausdruck dieses Zustands ist eine Depression. Solange du dich selbst nicht liebst, gehört es zu deinen größten Ängsten, dass andere dich so sehen könnten, wie du wirklich bist. Denn du meinst aufgrund deines falschen Selbstbildes, du seist irgendwie "minderwertig" oder "nicht ausreichend" oder "nicht schön".

"Alles würde besser, wenn ich nur einen Menschen finde, der mich liebt!"
Ohne ein ausreichendes Maß an Selbstliebe bleibt dies eine der größten Illusionen in Sachen Liebe. Denn: Dein Leid besteht nicht darin, das andere dich nicht lieben. Dein Leid besteht darin, das du dich selbst nicht liebst! Deine Beziehung wird niemals funktionieren, wenn du davon ausgehst, dass dein Partner dich glücklich machen soll. Du musst zuerst einmal dich selbst glücklich machen, indem du mit dir selbst im Reinen bist und dich so akzeptierst, wie du bist.

Wie kannst du von anderen erwarten, dass sie dich lieben, wenn du es selbst nicht tust? Du forderst Liebe und Wertschätzung von anderen, weil du diese Gefühle dir selbst gegenüber nicht hast. Aber wenn du dich selbst nicht lieben kannst, kann es auch niemand anderes so tun, dass es dich längerfristig erfüllen würde. Dies ist der wahre Hintergrund dafür, dass dich deine Beziehungen bisher auf Dauer nicht glücklich gemacht haben und es zu Beziehungsproblemen kam. Vermutlich dachtest du, die Ursache für die Probleme lägen vor allem bei deinem jeweiligen Partner. Doch in den allermeisten Fällen ist dies ein Irrtum - denn der wahre Grund für Beziehungsprobleme ist fast immer der Mangel an Selbstliebe. Ohne ein ausreichendes Maß an Selbstliebe werden deine Beziehungen zu einem Gerangel, bei dem beide Partner vor allem darum kämpfen, die eigenen Bedürfnissen vom jeweils anderen erfüllt zu bekommen. Dass dies nicht zu einer harmonischen Partnerschaft führen kann, ist offensichtlich.

Wenn du das, was dein Partner tut oder sagt, häufig als Angriff, Kritik oder Zurückweisung empfindest, liegt dies fast immer an einem Mangel an Selbstliebe. Denn das kritische Bild, dass du von dir selbst hast, sucht im Außen nach Beweisen und Bestätigung. Und so interpretierst du alle Signale von anderen, auch die deines Partners, in diese Richtung.

Die Gesetzmäßigkeiten der Liebe:

* Um Liebe zu erhalten, musst du Liebe geben können. Erst das "Liebe geben" macht das "Liebe empfangen" möglich.
* Um einen anderen Menschen wahrhaft lieben zu können, musst du dich selbst lieben.
* Der Grad deiner Selbstliebe bestimmt den Grad der Liebe, die du deiner Außenwelt geben und von ihr empfangen kannst.



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