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Angst

Angst ist eine Erwartungshaltung.

Angst ist die "Abwesenheit" von Liebe. Liebe ist die einzige Reaktion, die Angst auflösen kann. Wenn Liebe da ist, kann Angst nicht mehr existieren. Jedwede Exklusivität, jedes Urteil und jede Wertung entspringt im Kern immer der Angst. Angst zieht das an, was wir befürchten.

Leben bedeutet, der Angst zu begegnen. Angst an sich ist nichts Schlechtes. Angst gehört zu jedem menschlichen Entwicklungsprozess und wird durch einen Mangel an Information ausgelöst. Versuche daher nicht, ohne Angst zu leben. Denn dies wäre die ängstlichste Haltung, die du dir vorstellen kannst!

Im Kern haben wir nur deshalb Angst, weil wir glauben, weder liebenswert zu sein noch fähig zu sein, einen anderen Menschen zu lieben. Dies ist ein falscher Glaubenssatz über dich selbst. In Bezug auf Angst ist dieser Glaubenssatz das Einzige, was geändert werden muss. Jegliche Negativität wird von dir abfallen, wenn du diesen falschen Glaubenssatz über dich selbst korrigierst. Wenn du eine in dir existierende Angst leugnest, kannst du sie auch nicht überwinden. Doch wenn im Laufe unseres Lebens das Wissen über die Zusammenhänge wächst, schwinden auch mehr und mehr unsere Ängste. Angst ist das Gegenteil von Liebe. Je mehr wir lernen, uns selbst, unsere Ängste und Abgründe, unsere Zweifel und Hader, unser nicht-Wissen und unser so-sein zu lieben, desto mehr Ängste werden sich im Laufe der Zeit auflösen.

Auf welcher Weise die Angst uns dient und etwas lehrt, können wir erkennen, wenn wir auf die Ereignisse in unserem Leben blicken, in denen Angst entstanden ist. Angst trägt immer das Potenzial einer wichtigen Erkenntnis in sich. Unser Impuls ist meist, vor der Angst zu flüchten. Doch dadurch wird sie nur verstärkt. Daher ist es empfehlenswert, den Kontakt zu unserer Angst zu suchen, wenn sie auftritt. Dazu gehört der Mut, sich ihr zu stellen. Doch wer sich auf diese Erfahrung einlässt und einen inneren Dialog mit seiner Angst beginnt, hat die Chance, in seiner Entwicklung große Schritte voranzukommen und seine Ängste nach und nach abzubauen.

Angst hat in der Regel immer mit etwas zu tun, das passieren könnte, nicht mit etwas, was gerade geschieht. Um Angst zu produzieren, müssen wir Bilder einer vermeintlichen Bedrohung in der Zukunft erschaffen. Anders ist die Erschaffung von Angst nicht möglich. Wer ganz im Hier und Jetzt lebt, lebt in der Regel frei von Angst. Projiziert unser Verstand jedoch eine bestimmte Entwicklung in die Zukunft, können Ängste und Sorgen entstehen. Mit dem gegenwärtigen Moment können wir meist gut zurechtkommen, aber wie sollen wir mit einer Zukunft fertig werden, die nur eine Projektion unseres Verstandes ist? Mehr dazu unter -> Projektion.

Angst weist immer auch auf den Glauben hin, etwas außerhalb von uns selbst bestimmt unsere Realität. Im Laufe der geistigen Entwicklung wird uns jedoch immer klarer, dass wir unserer Realität durch unsere Gedanken selbst erschaffen, siehe dazu -> universelle Gesetze. Unsere Macht und unsere Fähigkeit, unsere Wirklichkeit mittels unseres Willens bewusst zu erschaffen, endet erst dort, wo unsere Angst beginnt. Daher ist es so lohnend, sich mit den eigenen Ängsten ernsthaft auseinanderzusetzen. Hilfreiche Methoden sind beispielsweise Meditation und Gespräche mit anderen. Gerade, wenn Ängste überwältigend zu sein scheinen, ist es empfehlenswert, sich Hilfe in Form eines erfahrenen Gegenübers zu suchen, der uns auf unserer Reise zu unserer Angst begleitet und wenn nötig unterstützen und helfen kann.

Die Angst vor den eigenen Dämonen, vor inneren Dramen und Begegnungen mit schmerzhaften Wunden aus der Vergangenheit ist wohl das größte Hindernis für die meisten Menschen, sich Ihrem Inneren zuzuwenden und den Weg der Selbsterkenntnis zu beschreiten, der Voraussetzung für unsere wahre Freiheit ist. Es ist der Weg, den die griechische Mythologie mit ihren zahlreichen „Heldenreisen“ beschreibt. Es ist der sogenannte „Heilige Krieg“, der nicht, wie viele radikale Gläubige irrtümlich meinen, im Außen zu führen und zu gewinnen ist, sondern nur eigenen Inneren.

Manchmal stellt sich auf diesem Weg aber auch heraus, dass es sich bei unserer Angst statt um ein riesiges, bedrohliches Ungeheuer nur um ein Miezekätzchen handelte, vor dem wir die ganze Zeit weggelaufen sind. Dies kann aber nur erkennen, wer genauer hinschaut. Voraussetzung dafür ist der Mut, unseren Ängsten offen zu begegnen. Der Weg der Selbsterkenntnis ist kein Weg für Feiglinge.

Wenn wir denn bereits sind, unsere Angst genauer zu erforschen und entschieden haben, ob wir dies alleine oder mit einem Begleiter tun, können wir uns folgende Fragen stellen:
* Wo sitzt unsere Angst körperlich?
* Wie fühlt sie sich an?
* Wenn sie eine Stimme hätte, was würde sie sagen?
* Gibt es Bilder oder „Filme“, die mit ihr verbunden sind?

Es geht es darum, die Angst ganz wahrzunehmen und, falls möglich, ganz durch sie „hindurch“ zu gehen bis du am anderen Ende wieder herauskommst. Dann wirst du erkennen, was hinter dieser Angst liegt. Es mag einige Anläufe brauchen, vielleicht Wochen oder manchmal auch Jahre, aber auf diese Weise bringen wir Licht ins Dunkel und haben die Chance am Ende erkennen zu können, wofür unsere Angst gut war oder ist - und wie sie uns gedient hat.

Angst ist eine Erwartungshaltung, in der Regel hat sie keinerlei reale Substanz.

Die Angst vor Vergeltung und Rache entspringt einem Gefühl der Unzulänglichkeit und Wertlosigkeit. Wenn du meinst, etwas falsch gemacht oder etwas Schlechtes getan zu haben, hast du Angst davor, bestraft zu werden. Aus Angst vor Bestrafung wirst du dich präventiv gegen alle eingebildeten Angriffe verteidigen. Doch die ganze Inszenierung um Schuld und Vergeltung spielt sich nur in deinen Gedanken ab. Wenn du sie nach außen projizierst, ziehst du andere mit hinein. Statt dessen wäre es wichtig dir bewusst zu werden, was dein eigener Anteil an dem Problem ist.


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