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Schuld

Schuldgefühle entstehen, sobald wir andere verurteilen.

Unser Unterbewusstsein weiß, dass wir in Wahrheit alle Eins sind. Die gesamte Schöpfung und alle Wesen darin sind miteinander verbunden. Doch indem wir einen Menschen oder eine seiner Handlungen ablehnen und verurteilen, grenzen wir uns davon ab und trennen uns davon. Und weil wir tief in unserem Inneren wissen, dass wir von dem, dass wir da verurteilen, nicht getrennt sind, sondern es etwas ist, dass wir an uns selbst ablehnen, erzeugt dieser Vorgang in uns ein uns unbewusstes Schuldgefühl.

Mit einem Urteil über jemand oder etwas im Außen verurteilen wir einen Teil von uns selbst.

Das ist uns so nicht bewusst, aber irgendwie fühlt es sich „schlecht“ an, wenn wir über jemand schlecht sprechen, ihn kritisieren oder ablehnen. Wir spüren unsere Ablehnung, vielleicht sogar Wut, Abscheu, Ekel oder Ähnliches. Und wenn wir genau hineinspüren, fühlen wir, dass es sich irgendwie falsch anfühlt, wenn wir dies so empfinden, denken oder ausdrücken. Aber wir verstehen nicht recht, warum das so ist, also ignorieren wir dieses Gefühl in der Regel. Und dann setzt ein Prozess ein:

Aufgrund unserer Ablehnung starten wir automatisch einen ANGRIFF. Wir greifen etwas oder jemanden mittels Gedanken, Worten oder Taten an. Wir stellen uns in Gedanken vor, wie wir jemandem unsere Meinung über sein „unangemessenes Verhalten“ sagen. Oder wir sprechen es tatsächlich aus. Oder wir tun etwas, durch das wir unser Missfallen ausdrücken. Auf diese Weise machen wir unsere Ablehnung deutlich. Unser Unterbewusstsein weiß jedoch, dass dies lediglich eine Projektion ist: Das, was wir hier ablehnen, akzeptieren wir in Wahrheit in uns selbst nicht. Doch anstatt diese Ablehnung mit uns selbst zu klären, verurteilen wir etwas oder jemanden im Außen, der uns lediglich unsere eigene, innere Ablehnung in diesem Aspekt spiegelt.

Dies hat zwei unmittelbare Folgen: Erstens schaffen wir dadurch uns unbewusstes Schuldgefühle (weil wir ungerechter Weise jemand anderes für etwas verurteilen, dass wir in uns selbst ablehnen) und zweitens entsteht ANGST. Es entsteht Angst, weil wir unbewusst fürchten, der oder die Verurteilte wird sich gegen unsere Kritik wehren und er oder sie könnte uns jetzt - als Reaktion unserer Verurteilung - mittels Gedanken, Worte oder Taten angreifen. Aber es geht noch weiter: Wir fürchten auch, zusätzlich noch von einer anderen „Instanz“ für das Unrecht unseres Urteils und unseren ungerechtfertigten Angriff bestraft zu werden.

So entsteht ein destruktiver Kreislauf: Wir verurteilen, was uns nicht gefällt, drücken dies mittels eines 'Angriffs' darauf aus, dies führt in uns zu Schuldgefühlen und in Folge zu ANGST VOR STRAFE.

Der Zusammenhang von Urteil, Angriff, Schuldgefühlen und Angst ist deshalb so bedeutsam, weil uns wohl keine andere Kraft so sehr von unserem Weg abbringt, wie unsere Schuldgefühle. Unsere Schuldgefühle zu bereinigen, ist daher ein wichtiger Teil unserer Lebensaufgabe.

Schuld anzunehmen, war der Anfang der Trennung. Wiedergutmachung (Sühne) anzunehmen, ist ihr Ende. Die Lösung aller Schuldgefühle besteht in der Vergebung. Uns selbst und allen anderen gegenüber. Indem wir die Schuld, die wir auf anderen abgeladen haben, zurücknehmen, erlösen wir den anderen - und uns selbst. Ohne Selbstvergebung ist keine Befreiung von Schuld möglich. Das Drama der Erlösung spielt sich nur in deinem Kopf ab. Du selbst bestimmst, ob du schuldig oder unschuldig bist. Du hast deine Schuld selbst festgelegt - und nur du kannst sie wieder auflösen. Solange du deine Schuld nicht auflösen kannst, kannst du deine Unschuld nicht erkennen. Um nichts anderes geht es bei der VERGEBUNG: Es geht nicht darum, anderen zu vergeben, sondern dir selbst zu vergeben, dass du dich für schuldig erklärt hast.

Aus der Perspektive Gottes gibt es keine Schuld. Für ihn bist du einfach nur ein Kind, das seine Welt erforscht und durch Versuch und Irrtum Erfahrungen macht und die Gesetze kennenlernt, die unsere Welt regieren. Das größte Geschenk für deinen Lebensweg besteht in deinem freien Willen, darin, dass du deine Meinung und deine Ansichten jederzeit ändern kannst. Du kannst dir deine ganz persönliche Hölle schaffen - durch deine Entscheidungen, durch deine Handlungen, durch deine Gedanken. Und ebenso kannst du dir 'den Himmel auf Erden' erschaffen. Es liegt bei dir, an deinen Absichten, an deiner Beharrlichkeit, an dem Grad von Mitgefühl und Liebe, dass du in dir entwickelt hast. Nochmals: Wenn dir etwas nicht gefällt, kannst du deine Meinung darüber jederzeit ändern. Du kannst jeden Gedanken, der dich unglücklich macht, infrage stellen und einen anderen Gedanken denken, der dich befreit und die Freude in dein Herz zurückkehren lässt. Es liegt ganz bei dir, du entscheidest über Himmel oder Hölle in dir.


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