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Schuld

Schuld ist eine destruktive Illusion.

Dich mit Schuld und Schuldgefühlen auseinanderzusetzen, ist extrem wichtig für dein Lebensgefühl. Mit der drückenden Last von Schuldgefühlen kannst du niemals frei sein! Daher ist es wichtig zu untersuchen, ob und für was du schuldig sein kannst. Und ob andere für ihr tun oder nicht-tun Schuld auf sich geladen haben. Der Zusammenhang von Urteil, Angriff, Schuldgefühlen und Angst ist deshalb so bedeutsam, weil uns wohl keine andere Kraft so sehr von unserem Weg abbringt, wie unsere Schuldgefühle. Unsere Schuldgefühle zu bereinigen, ist daher ein wichtiger Teil unserer Lebensaufgabe.

Zunächst: Das Drama um Schuld und Erlösung spielt sich nur in deinem Kopf ab. Du selbst bestimmst, ob du oder andere schuldig oder unschuldig sind.
Wenn du beschließt, dich selbst oder andere für schuldig zu halten, kannst auch nur du diese Schuld wieder auflösen. Das Konzept von 'Schuld' ist extrem destruktiv - für dich selbst und für deine Beziehungen zu anderen. Schuld trennt uns voneinander.

Das Konzept von 'Schuld' war der Anfang der Trennung zwischen Gott und dem Menschen. Siehe hierzu die symbolische Geschichte von Adam und Eva im Paradies, die sich nach dem Essen vom verbotenen Baum plötzlich nackt und schuldig fühlten und sich vor Gott verstecken wollten. Sie fühlten sich schuldig, weil sie gegen ein Gebot verstoßen hatten. Schuld trennt uns voneinander. Vergebung vereint und versöhnt uns miteinander.

Wie lässt sich Schuld vermeiden?
Wir alle sind auf der Erde, um zu lernen, um die Welt zu erkunden, um unseren freien Willen zu gebrauchen und damit Erfahrungen zu sammeln. Dies geschieht durch das Prinzip 'Versuch und Irrtum'. Wir probieren etwas und schauen, welche Wirkungen dies hat. Haben unsere Gedanken oder Handlungen unerwünschte Folgen, können wir sie korrigieren und es beim nächsten Mal besser machen.

Es bleibt nicht aus, dass wir auf unserem Weg andere verletzten. Und selbst verletzt werden. Meist schon im Säuglings- oder Kindesalter. KEIN MENSCH GEHT UNVERLETZT DURCH LEBEN! Jeder wurde auf seinem Weg auf die eine oder andere Weise verletzt - das ist ein zwangsläufiger Teil des irdischen Lebens. Jeder von uns trägt eine Wunde - und geht auf unterschiedliche Art und Weise damit um.

Andere sind schuld an meinem Schicksal!
Viele Erwachsene machen z.B. bis heute ihre Eltern für die Wunden ihrer Kindheit verantwortlich. Sie geben ihren Eltern die Schuld an ihren Wunden - und daran, dass sich dies oder jenes daher in ihrem Leben nicht wie gewünscht entwickelt hat. Dies ist eine Illusion, die sie im Spiel von Schuld und Sühne gefangen hält und sie selbst in die schwächende Opferrolle bringt. Das Leben eines 'Opfers' ist von Angst bestimmt, das Leben eines Täters von Schuld und Reue.

Wenn du andere für schuldig hältst, bist du gefangen, denn du bindest auf diese Weise Angst und andere niedere Gefühle an dich. Du meinst dann vielleicht sogar, andere verdienen eine Strafe für ihre Fehler und Missetaten. Aus diesem Motiv heraus mögen so viele Menschen Filme, in denen Gewalt gegenüber anderen als gerechtfertigter Racheakt dargestellt wird. Siehe die zahlreichen 'Rachethriller' im Kino, beim Streaming und im TV. Dies ist eine (meist unbewusste) Auseinandersetzung mit dem Thema Schuld und Sühne.

Aber wenn du glaubst, du hättest das Recht, andere für ihre vermeintlichen Fehler zu verurteilen und zu bestrafen, verstrickst du dich tief in das Geflecht von Schuld und Sühne. Dann wirst du niemals frei sein. Denn alles, was du aufgrund deines persönlichen Urteils oder aus Rache anderen antust, wird weitere Schuldgefühle in dir auslösen. Ob du das nun wahrhaben willst oder nicht - dies sind unvermeidliche Prozesse, die sich in deinem Unterbewusstsein und auf Ebene deiner Seele abspielen - und weiteres Leid in dir und anderen verursachen.

Deine Eltern, Familie und andere Menschen dienen dir in Wahrheit nur, ganz egal, was sie dir angetan haben mögen. Sie sind dafür da, damit du bestimmte Dinge erkennen und bestimmte Eigenschaften und Stärken in dir entwickeln kannst. Dies ist der tiefere Sinn von Verletzungen und Wunden.

Urteile schaffen Schuld
Wenn du glaubst, einen Fehler gemacht zu haben, erklärst du dich selbst für schuldig und verurteilst dich selbst.
Wenn du meinst, andere hätten einen Fehler gemacht, erklärst du andere für schuldig und verurteilst sie dafür.

Wir leben in der Dualität, in der Welt von gut und böse, richtig und falsch. Was genau im Einzelfall 'richtig' und was 'falsch' ist, ist eine ganz individuelle Entscheidung. Wenn du etwas als 'falsch' deklarierst, entsteht die Idee, etwas oder jemand habe einen Fehler gemacht und sei schuld für die Folgen. Indem du andere verurteilst, verurteilst du dich selbst. Und du bindest dich an die destruktiven Mechanismen von Schuld.

Wie kann man Schuld auflösen?
Schuld kann nur durch Vergebung aufgelöst werden. Bei der Vergebung geht es darum, dir selbst zu vergeben, dass du irrtümlich dachtest, du oder andere hätten sich schuldig gemacht. Freiheit und Erlösung sind nur möglich, wenn du zunächst die Schuld, die du anderen für irgendetwas gegeben hast, wieder zurücknimmst. Egal, ob du deine Eltern, die Gesellschaft, die Politiker oder Gott für irgendetwas in deinem Leben die Schuld gibst: Du wirst erst Erlösung finden, wenn du allen anderen und dir selbst vollständig vergeben und von jeglicher Schuld freigesprochen hast.

Solange es irgendetwas gibt, für das du dich selbst für schuldig hältst, bist du gefangen. Du bindest damit die Angst an dich. Denn wenn du dich für schuldig hältst, fürchtest du insgeheim auch, dass du für deine Fehler bestraft werden wirst. Diese Angst schwebt wie ein Damoklesschwert dann ständig über dir - ob dir dies nun gerade bewusst ist oder dies 'nur' in deinem Unterbewusstsein rumort. Du lebst in Angst vor Strafe. Angst ist das Gegenteil von Liebe. Angst hält dich davon ab, dich selbst lieben zu können. Solange du dich selbst verurteilst und für schuldig hältst, kannst du dich selbst nicht vollständig annehmen und lieben. Und andere auch nicht!

Schon Jesus wusste vor über 2.000 Jahren, dass das Konzept von 'Schuld' viele Menschen daran hindert, Liebe annehmen und Liebe geben zu können. Daher war die Vergebung von Schuld und Sünde eines der zentralen Themen seiner Lehre!

Es sind deine Bewertungen und Urteile, die dich von dir selbst entfremden und eine Distanz zu anderen erschafft. Die Folge deiner Bewertungen und Urteile ist, dass du dich immer weiter von dir selbst distanzierst, weil du Anteile in dir verurteilst, obwohl sie ein Teil von dir sind und zu dir gehören. Indem du andere Menschen bewertest und ihr Tun beurteilst, entfremdest du dich von ihnen. Dann entsteht das trennende 'Ich' und das 'Du', die Idee, du bist anders als ich, die Idee, der andere ist 'falsch', tut, sagt oder denkt falsch muss daher bekämpft werden. Das ist die Ursache für Streit und Krieg in unserer Welt.

All dies beruht auf der Illusion, dass wir voneinander getrennt sind. In Wahrheit stammen wir alle aus der gleichen Quelle und sind immer und jederzeit untrennbar auf Seelenebene miteinander verbunden. Wir leben hier für eine Zeit lang in einer polaren Welt, doch stammen wir alle aus der Einheit und kehren dorthin eines Tages zurück. In der Einheit gibt es die Unterscheidung von 'gut und böse', von 'richtig und falsch' nicht. Daher gibt es dort auch nicht die Idee von 'Schuld'.

Du bist unschuldig - und alle anderen sind es auch!
Du warst immer unschuldig und wirst es immer sein. Das kannst du jedoch erst erkennen, wenn du jegliche Schuld zurücknimmst und sie als das erkennst, was sie ist: eine Illusion. Schuld kann nur entstehen, indem wir gut und böse, richtig und falsch unterscheiden. Doch dies ist ein höchst individueller Maßstab. Das, was aus deiner Sicht 'richtig' ist, ist für einen anderen Menschen nicht zwangsläufig auch richtig. Wir alle unterliegen Irrtümern und wir alle machen Fehler auf unserem Weg. Aber erst, wenn wir sie bewerten, entsteht daraus 'Schuld'.

Wenn du keine Schuld mehr spürst, dann hast du auch keine Verpflichtungen mehr. Trotzdem genießt du es, in Freiheit für andere da zu sein und sie zu unterstützen. Daran kannst du ablesen, dass sich dein Karma erledigt hat.

Was, wenn ich etwas falsch gemacht oder jemandem geschadet habe?
Mache es wieder gut! Biete einen Ausgleich an! Erkläre, dass du es nicht besser wusstest und dass du beabsichtigst, es beim nächsten Mal anders zu machen. Siehe dich selbst wie ein Kind, das dabei ist, Erfahrungen zu sammeln und versucht, das Leben so gut zu meistern, wie es eben geht. Das reicht - das ist liebenswert! Mehr braucht es nicht!

Verwandte Themen: Vergebung * Ho’oponopono - ein Verfahren zur Aussöhnung und Vergebung.

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