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Beziehungen

Entscheidungen treffen und die Richtung bestimmen

Wenn ein Mann will, dass sich seine Partnerin in ihre Weiblichkeit entspannen und in ihrer natürlichen Ausstrahlung erstrahlen kann, dann muss er sie von der Notwendigkeit befreien, den Kurs anzugeben. Es ist wie beim Tanzen: einer muss führen, damit ein harmonischer Ablauf entsteht. Das bedeutet nicht, dass er sie herumkommandieren soll. Es bedeutet lediglich, dass er wissen muss, wohin ihr Weg sie beide führt und wie sie ihr Ziel erreichen wollen – in jedem Bereich, einschließlich des finanziellen und spirituellen.

Maskuline und feminine Energien in einer intimen Beziehung unterliegen dem „Gesetz der Erhaltung der Energie“. Wenn der Mann die Richtung nicht vorgibt, wird die Frau diese Aufgabe übernehmen. Je weniger maskulin die Zielsetzung des Mannes ist, desto maskuliner wird die Frau in einer Beziehung. Jede Frau versucht dann meist unbewusst, fehlende maskuline Energie (Zielsetzungen, Aufgaben) für ihren Partner zu übernehmen.

Wenn ein Mann allerdings möchte, dass seine Partnerin ihm die weiblichen Gaben wie Liebe, Erotik, Schönheit oder Wildheit zur Verfügung stellt, muss er in seiner maskulinen Kraft sein. Eine der stärksten maskulinen Gaben ist die Fähigkeit, eine Perspektive bei anstehenden Entscheidungen anzubieten, indem er alle Optionen prüft und die möglichen Ergebnisse abwägt. Selbst bei den trivialsten Entscheidung („Welche Schuhe soll ich anziehen?“) sollte ein Mann seiner Partnerin niemals sagen „Ist mir egal, zieh’ an was du willst“, sondern sich für eine Option entscheiden und hinzufügen, dass das Wichtigste ist, das seine Partnerin glücklich ist.

Weibliche Entscheidungen beruhen auf dem, was sich richtig „anfühlt“ und oft ist das auch der beste Weg, um eine Entscheidung zu treffen. Doch geht es in einer Partnerschaft nicht darum, die beste Entscheidung zu treffen. Für eine Partnerschaft ist es viel wichtiger, die Kraft der Polarität von Mann und Frau aufrecht zu erhalten, die beide überhaupt erst zueinander hingezogen hat.

Denn sobald diese Polarität abnimmt, nehmen die Konflikte zu. Wenn die Polarität verschwindet, verschwindet auch die Anziehungskraft und damit die Intimität. Daher ist es wichtig, dass der Mann sich seiner Aufgabe und seines maskulinen Potenzials bewusst ist und anstehende Entscheidungen aus dieser Position heraus trifft bzw. sie anbietet.

Der Psychotherapeut Bert Hellinger, die mit der Methode des systemischen Familienstellens in Deutschland bekannt wurde, prägte nach zahlreichen Analysen von Beziehungen und familiären Verstrickungen den Satz: „Die Frau folgt dem Mann, dafür dient der Mann der Frau.“ Dies ist nicht als Einschränkung der Geschlechter in bestimmte Rollenmuster gemeint, sondern ist innerhalb von Beziehungen eine Orientierungshilfe, damit Mann und Frau sich gegenseitig beschenken und dienen können.

Wenn ein Mann seiner Partnerin bei einem Entscheidungsprozess nicht beisteht, depolarisieren sich beide: Die Frau wird lernen müssen, sich auf ihre eigenen maskulinen Fähigkeiten zu verlassen. Irgendwann wird sie ihren eigenen maskulinen Fähigkeiten mehr vertrauen als denen ihres Partners. Der Mann dagegen wird diesbezüglich in seiner Geschlechterrolle neutral. Für kurze Zeitspannen ist dies nicht problematisch, aber wenn es chronisch wird, fühlen sich beide mit der Zeit mehr wie gute Freunde - und nicht mehr wie Liebende. Die attraktive Spannung der Polarität wird ersetzt durch die Geselligkeit zweier Kumpel, die alle Möglichkeiten miteinander ausdiskutieren.

Daher sollte eine Frau ihren Partner öfter dazu auffordern, sie bei einer aktuellen Entscheidung zu unterstützen. Der Mann sollte sagen, was er an ihrer Stelle tun würde und warum, während er ihr gleichzeitig versichert, dass er sie liebt, gleichgültig wofür sie sich entscheidet. Oft sind die weiblichen Gefühle eine viel bessere Basis für eine Entscheidung als die maskuline Analyse. Daher sollte sich jede Frau ermuntert fühlen, die maskulinen Aspekte zu erwägen, sich aber gleichzeitig auch mit ihrer Intuition in die jeweilige Situation einzufühlen und ihren Gefühlen zu vertrauen.

Für den Mann ist es eine gute Übung, neben der männlichen, verstandesmäßigen Analyse auch die Weisheit der weiblichen Intuition zu nutzen. Entweder, in dem er seine eigenen Gefühle und seine Intuition befragt, oder in dem er bei besonderen Fragestellungen auch seine Partnerin nach Ihrem Gefühl und ihrer Einschätzung befragt. Grundsätzlich haben Frauen ebenso wie Männer die Aufgabe, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.

Doch die Entscheidung kann auch darin bestehen, dem Mann zu folgen. Denn zum Wohle der Polarität und dem Erhalt der gegenseitigen Anziehungskräfte ist es notwendig, dass der Mann die Richtung bestimmt und verantwortungsvoll die nötigen Entscheidungen trifft. Dann kann die Frau im Laufe der Zeit Vertrauen entwickeln und sich zum Wohle der Beziehung ganz ihren weiblichen Qualitäten hingeben.


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