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Beziehungen

Der Kampf um Energie: Vier Grundtypen der Energiesauger

BeziehungenInnerhalb von Beziehungen - damit sind auch die Beziehungen zu Kollegen und Freunden gemeint - kann ein Wettstreit um Aufmerksamkeit und Einfluss entstehen. Dabei wird oft versucht, Aufmerksamkeit, Liebe, Anerkennung oder Unterstützung von anderen zu erhalten, statt diese Qualitäten in sich selbst zu entwickeln.

Um zu veranschaulichen, auf welchen Wegen Menschen die Aufmerksamkeit oder Kraft anderer zu binden versuchen können, ist die Beschreibung folgender vier Grundtypen möglicherweise hilfreich:

1) Die Einschüchterer
Menschen dieses Typs stehen gern im Mittelpunkt und können die Kraft anderer dadurch binden, dass sie laut, kraftvoll, unberechenbar oder aggressiv auftreten. Sie drohen mit Strafen oder machen mit zornigen Wutanfällen auf sich aufmerksam.

Ihr Motto kann sinngemäß lauten: 'Erst ich!' und 'Ich bekomme, was ich will!'. Einschüchterer wirken häufig autoritär, orientieren sich mitunter stark an Zahlen und Fakten und suchen nach ebenbürtigen Partnern, die ihnen Grenzen setzen. Durch ihr machtvolles Auftreten können sie attraktiv wirken. Bei anderen können sie Angst oder Aggression auslösen. Im Rahmen dieses Modells geraten sie häufig mit dem 'Opfer'-Typus in eine wechselseitige Dynamik.

2) Die Kontrolleure
Der Typ des Kontrolleurs kann selbstgerecht, abwertend, sehr kritisch, perfektionistisch oder neugierig auftreten. Kontrolleure hinterfragen vieles und versuchen mitunter zu beweisen, dass andere Unrecht haben. Sie fragen etwa 'Wohin gehst du?' oder 'Warum hast du nicht...?'.

Sie können durch Witz, Logik, Fachwissen und Intellekt überzeugen. Im Kontakt mit ihnen fühlt man sich möglicherweise überwacht, unsicher oder minderwertig. Im Rahmen dieses Modells entstehen besonders mit den 'Unnahbaren' und den 'Opfern' Dynamiken, in denen Kritik und ständige Fragen als kräftezehrend erlebt werden.

3) Die Unnahbaren
Die Unnahbaren beschäftigen sich stark mit ungelösten Problemen, Ängsten und Zweifeln. Sie sind mitunter einsam, weil sie fürchten, durch 'Einschüchterer' einen fremden Willen aufgedrängt zu bekommen oder sich gegenüber Kontrolleuren rechtfertigen zu müssen. Sie machen am liebsten vieles selbst, können arrogant wirken und leben in Distanz zu anderen. Sie brauchen viel Freiraum und meiden möglicherweise bindende Vereinbarungen. Unnahbare sagen etwa Sätze wie: 'Ich bin eben anders als andere', 'niemand versteht mich wirklich' oder 'ich brauche mehr Zeit/ Geld,/Raum'.

Ihr Hauptproblem sehen sie möglicherweise in einem vermeintlichen Mangel, beispielsweise an Geld, Freunden oder Kontakten. Sie können daher dazu neigen, sich an die Seite von 'Opfern' zu stellen. Bei Konflikten werden Unnahbare mitunter unverbindlich und gehen in Deckung. Dieser Typus kann durch seine mysteriöse und verschlossene Art interessant wirken. Seine Wirkung auf andere kann Verunsicherung oder Ohnmacht sein. Im Rahmen des Modells entstehen mit 'Kontrolleuren', aber auch mit 'Opfern' und 'Einschüchteren', leicht konflikthafte Dynamiken.

4) Die Opfer
Menschen in einer Opferrolle glauben, von äußeren Umständen abhängig zu sein und zu wenig Kraft zu haben, um ihre Probleme aktiv anzugehen. Die 'Schuld' an ihren Umständen schreiben sie dabei häufig anderen zu. Sie schweigen oft und ähneln darin den Unnahbaren, geben ihrem Pessimismus allerdings etwa durch einen besorgten Gesichtsausdruck, Tränen, In-die-Ferne-Starren oder zögerliche Antworten Ausdruck. Gern lassen sie anderen den Vortritt und fügen sich deren Wünschen. An angebotenen Lösungen zeigen sie sich mitunter wenig interessiert, weil eine Veränderung auch vertraute Beziehungsmuster infrage stellen würde. Daher sagen sie vielleicht gern 'Ja, aber..'

Es kann ihnen schwerfallen, Grenzen zu setzen; sie wirken defensiv, müde oder entschuldigend, reden gern und viel und versuchen, die Probleme anderer zu lösen. Manche sind sehr entgegenkommend und lassen sich auch auf schnelle Bettgeschichten ein, um sich anschließend möglicherweise darüber zu beklagen, ausgenutzt worden zu sein.

Dann können Sätze fallen wie 'Schau mal, was du mir angetan hast!'. Sie stützen sich stark auf die Kräfte und Aufmerksamkeit anderer. Ihre Hilfsbedürftigkeit und Verletzlichkeit kann anziehend wirken. Bei anderen können sie Schuldgefühle oder Aggression auslösen. Sie geraten mitunter an Partner, die sie in irgendeiner Form bedrohen, darunter besonders 'Einschüchterer'.


Natürlich ist dieses Modell dieser vier Grundtypen - wie alle Modelle und Konzepte - nicht vollkommen, und bei vielen sind unterschiedliche Anteile der verschiedenen Typen vorhanden. Das Modell kann aber eine Vorstellung davon geben, wie Menschen - meist unbewusst - die Aufmerksamkeit und Kraft anderer beanspruchen.

Vielleicht kennst du Personen, nach deren Kontakt du dich müde und ausgelaugt fühlst. Das kann ein Hinweis auf eine belastende Interaktion sein. Es kann hilfreich sein, Menschen, die uns als Einschüchterer, Kontrolleur, Unnahbarer oder Opfer begegnen, auf das konkrete Verhalten und dessen Wirkung aufmerksam zu machen und sie auf respektvolle, aber bestimmte Weise damit zu konfrontieren.

Frage beispielsweise den Einschüchterer, was ihn so verärgert hat. Oder ob er möchte, dass andere Angst vor ihm haben. Der Einschüchterer kann von allen vier Grundtypen besonders weit von seinen verletzlichen Gefühlen entfernt wirken. Für ihn kann es hilfreich sein, mit diesen tieferen Gefühlen in Kontakt zu kommen. Andernfalls können spätere Erfahrungen ihn möglicherweise mit Grenzen, Demut und seinen tieferen Gefühlen in Berührung bringen.

Für den Kontrolleur kann es hilfreich sein, wenn du ihm sagst, welche Gefühle seine Fragen bei dir auslösen. Frage ihn, was ihn in Wirklichkeit stört. Für ihn kann es darum gehen, mögliche emotionale Leere anzuerkennen und einen persönlichen Weg zu mehr Lebensfreude und innerer Fülle zu finden.

Auch dem Unnahbaren gegenüber ist es oft hilfreich, seine Wirkung auf dich mitzuteilen und nach dem Grund seines Zurückgezogen seins und seinen Gefühlen zu fragen. Die Einbeziehung der Intuition kann für den Unnahbaren ein möglicher Zugang zu innerer Orientierung und Frieden sein.

Opfer werden manchmal aufmerksam, wenn man ihnen gegenüber klarmacht, welchen Teil sie selbst an ihrer Situation beeinflussen können. Du kannst zugleich deutlich machen, dass du nicht länger bereit bist, dich für ihre Umstände verantwortlich machen oder dir Schuldgefühle aufdrücken zu lassen.

Auch einschneidende Ereignisse wie Trennungen, Konkurs, Arbeitslosigkeit oder schwere Krankheiten können vertraute Rollen infrage stellen.

Das Sprichwort 'Wer sich vor Eigenverantwortung drücken will, den drückt das Leben' formuliert diese Sicht zugespitzt.

Gefühle wie Isolation, Schmerz, Desillusionierung, Wertlosigkeit oder Versagen können Veränderungsimpulse auslösen, führen aber nicht automatisch dazu, dass die betreffenden Personen wieder Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen.

Ein mögliches Zeichen für eine gesunde Partnerschaft ist, wenn keine schädlichen gegenseitigen Abhängigkeiten oder Süchte bestehen. Es kann guttun, nicht nur zu sagen: 'Ich brauche dich!', sondern eigene Bedürfnisse auch selbst wahrzunehmen und das Zusammensein sowie den gegenseitigen Austausch als Geschenk anzunehmen - ohne die eigene Stabilität davon abhängig zu machen.

Wer Zugang zu eigener innerer Kraft gefunden hat, kann anderen, die Unterstützung wünschen, eher helfen. Wenn wir aus eigenen Kraftquellen schöpfen können, sinkt möglicherweise der Drang, die Aufmerksamkeit und Energie anderer zu beanspruchen.

Der Schutz vor Energieräubern
Solange harmonische Beziehungen in gegenseitiger Liebe nicht immer möglich sind, achte auf deine Grenzen gegenüber belastenden Kontakten. Eine Methode, die ich persönlich als kraftvoll erlebe, ist der folgende 'Schutzzauber'. Du kannst ihn als innere Vorstellung oder Affirmation nutzen:

'ICH BIN der mächtige, magische Schutzkreis um mich, der unüberwindlich ist und der jeden störenden Gedanken, jede unerwünschte Energie und jeden Missklang, der zu mir vordringen will, zurückweist. ICH BIN die Vollkommenheit meiner Welt - und diese steht in eigener Kraft!'

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Hinweis: Meine Texte basieren auf keiner bestimmten Lehre. Sie spiegeln mein jeweiliges Verständnis und Bewusstsein zum Zeitpunkt ihrer Entstehung wider. Artikel erstellt: 16.04.2019 * Letzte Änderung: 07.07.2025.

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