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Angriff

Sich angegriffen fühlen bedeutet: Ich habe Angst vor einem Eingriff in mein Leben.

Wenn jemand dich angreift, fühlt er sich von dir nicht geliebt. Ansonsten würde er dich nicht angreifen. Wenn du eine Möglichkeit findest, ihn daran zu erinnern, dass er geliebt wird, wird er aufhören, dich anzugreifen. Du hast viele Möglichkeiten um Menschen daran zu erinnern, dass sie geliebt werden: Lächle sie an, schenke ihnen Blumen, einen Luftballon, ein belegtes Brötchen oder eine Tasse Kaffee. Du könntest ihnen auch einfach einen schönen Tag wünschen oder ihnen sagen, dass du an sie denkst oder mit ihnen fühlst. Es gibt nichts Erhebenderes, als Menschen daran zu erinnern, dass sie geliebt werden.

Niemand kann lieben, wenn er sich nicht geliebt fühlt. Deshalb ist es so wichtig, die Liebe in dir zu fühlen und anderen zu helfen, sie ebenfalls zu fühlen. Kannst du dir vorstellen, wie sich unsere Welt verändern würde, wenn jeder von uns verstanden hätte, dass unsere einzige Verantwortung darin besteht, Liebe zu geben und Liebe zu empfangen? Auch wenn es in den Medien anders erscheint: Die Menschheit bewegt sich auf genau diesen Zustand zu. Und du kannst deinen Teil dazu beitragen.

Die Idee, gegen jemand oder etwas kämpfen zu müssen, entsteht immer aus einer Verzweiflung heraus. Verzweiflung entsteht ihrerseits aus den Illusionen von Ohnmacht, Machtlosigkeit und Konkurrenz. Je souveräner wir aus unserer eigenen Kraft leben, desto weniger fühlen wir uns durch äußere Ereignisse oder andere Menschen angegriffen.

Manchmal nehmen wir unser Gegenüber als bedrohlichen Angreifer wahr. Wenn beispielsweise ein Kollege, unser Chef, unser Partner, der Nachbar, irgendeiner Gruppierung oder der Staat in unangenehmer oder unangemessener Weise in unser Leben einzugreifen scheint, fühlen wir uns bedroht, in die Ecke gedrängt oder ungerecht behandelt. Dann meinen wir, uns bliebe gar keine andere Wahl, als den anderen anzugreifen, weil wir uns durch ihn bedroht fühlen.

Durch diesen psychologischen Trick unseres Egos bemerken wir gar nicht, dass wir selbst es sind, die den Kampf anfangen. Wir tun dies weil wir glauben, jemand anderen anzugreifen verbessert den Zustand, in dem wir uns befinden. Ein Angriff würde uns auf irgendeiner Weise mehr Freiheit bringen. Dies hieße jedoch, dass wir uns vor der Angst schützen könnten, indem wir das angreifen, was wir als Bedrohung empfinden. Das ist jedoch ein fataler Irrtum! Die irrsinnige Idee, dass wir uns schützen könnten, indem wir das angreifen, was wir als Bedrohung empfinden, hat der menschlichen Entwicklung verheerendes Elend und lange, leidvolle Umwege eingebracht. Es ist die Ursache vieler dramatischer Einzelschicksale und Grund für die zahlreichen Kriege der Menschheitsgeschichte.

Niemand greift einen anderen an ohne die Absicht, ihn zu verletzen. Durch unseren Angriff entsteht als Folge immer Angst, weil wir mit einer Reaktion rechnen müssen, die auf unseren Angriff folgen könnte. Durch unseren Angriff wird immer unsere eigene Angst verstärkt und auf diese Weise erschaffen wir selbst das, wogegen wir glauben, uns wehren zu müssen. Das, was wir ablehnen und womit wir nichts zu tun haben wollen, wird durch unseren Angriff in unsere persönliche Welt gezogen und somit erst Wirklichkeit, also zur unentrinnbaren Realität. Wir erzeugen eine Resonanz und ziehen das Unerwünschte damit in unser Leben (siehe -> Geistige Gesetze, Resonanzgesetz). Dieses Prinzip gilt für uns persönlich ebenso wie im Großen, wie man es am Beispiel der „Weltpolizei“ USA gut erkennen kann.

Jegliche Formen von Angriff sind Irrwege, die Schmerz und Elend nach sich ziehen. Dass wir durch die Ideen von Konkurrenz, Angriff und Kampf nur weiteres Leid und weitere Illusionen erzeugen, lässt sich in der Regel erst dann erkennen, wenn wir unsere vermeintlichen „Waffen“ niederlegen und aufhören, uns gegenseitig anzugreifen.

Menschen, die auf dem Weg der Selbsterkenntnis weit vorangeschritten sind, wissen, das, was unser Wesen ausmacht, unangreifbar ist und nicht verletzt werden kann. Alles, was scheinbar verletzbar ist, ist nur eine vorübergehende Erscheinung. Vorübergehende Erscheinungen sind nur Illusionen. Alles Wahre, alles Wirkliche ist von Dauer.

Nichts Wirkliches kann jemals bedroht oder angegriffen werden.
In dieser Erkenntnis liegt unser wahrer Frieden.

Vielleicht kennst du Menschen, an denen vermeintliche Angriffe einfach abprallen. Sie nehmen sie noch nicht einmal als solche wahr. Und genau darin liegt ihr Geheimnis. Vor ihnen zerfallen unsere Waffen einfach zu Staub, denn nur das sind sie in Wahrheit.

Nichts kann uns angreifen, außer unseren eigenen Gedanken. All die vermeintlichen Kämpfe, in denen wir glaubten, andere anzugreifen und zu verletzt zu haben oder angegriffen und verletzt zu werden, spielten sich in unseren Gedanken ab. Dies ist jedoch nur so lange der Fall, bis wir unsere alten Wunden untersucht und erlöst haben. Sie sind aus Illusionen entstanden und erzeugen weitere Illusionen. Zum Beispiel die, jemand anders wolle uns angreifen.

Die Illusion des Angriffs und des Kampfes zur durchschauen bedeutet allerdings nicht, auf die Bereitschaft zu verzichten, gegebenenfalls für seine Ziele und Ideale einzustehen. Und – wenn es unausweichlich ist – dafür auch die Mitteln des Kampfes zu wählen.

Auch Jesus hat gekämpft - beispielsweise, als er die Händler hinauswarf, die einen Tempel zu einem Basar gemacht hatten. Entscheidend ist jedoch, zunächst einmal Inne zu halten und uns unsere Absichten und unserem wahren Gegner klar zu werden, bevor wir Gedanken der Wut und des „kämpfen wollen“ ausagieren.

Unbewusste Menschen agieren sofort und starten einen Angriff, sobald sie sich bedroht fühlen. Sie setzen damit einen Kreislauf in Gang, der ihnen unerwünschte Dinge in ihre Realität bringt. Bewusste Menschen gehen zunächst in die Stille um herauszufinden, um was es in Wahrheit geht, wenn Wut oder Angst in ihnen hochsteigt. Denn meist sitzt der „Gegner“ nicht im Außen, sondern in unserem Inneren. Meist geht es darum, dass uns eine Illusion mittels Wut oder Angst bewusst werden will.

Wenn wir nach gründlicher Abwägung herausgefunden haben, worum es in Wahrheit geht, können wir entscheiden, ob und gegen wen es sich zu kämpfen lohnt.

„Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden“.

Falls wir uns schließlich für einen Kampf im Außen entscheiden, sollte dies niemals in der Absicht geschehen, andere verletzen zu wollen. Denn das wird immer eine unerwünschte Wirkung auf unser Leben zur Folge haben (siehe -> Gesetz von Ursache und Wirkung).

Bewusste Menschen kämpfen daher niemals gegen etwas, sondern stets für etwas.

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