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Tod

Der Tod ist nicht das Ende - er ist nur das Ende unserer Illusionen.

Wir leben in einer Kultur, die den „Tod“ als Tabu betrachtet und kein rechtes Verständnis für diesen Vorgang hat. Dies ist auch deswegen bedauerlich, weil sowohl der Tod selbst als auch das Näherrücken des Todes eine Möglichkeit für spirituelles Erwachen und 'Erleuchtung' bietet. Aufgrund der vielen Missverständnisse über den Vorgang des „Sterbens“ bleibt diese große Chance jedoch meist ungenutzt.

Neben den Chancen, sich mit diesen Themen VOR seinem Tod auseinanderzusetzen, öffnet sich ein letztes Tor unmittelbar nach dem Tod des Körpers. Dieses letzte Tor öffnet sich jedoch nur kurz - und wer die vielen Gelegenheiten für spirituelles Erwachen in seinem Leben ungenutzt verstreichen ließ, wird es auch dann in den meisten Fällen verfehlen.

Der Tod ist unfassbar.
Ich war 6 Jahre alt, als mein Vater plötzlich starb. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie unfassbar diese Nachricht damals für mich war. Ich dachte: 'MEIN PAPA soll plötzlich nicht mehr da sein? Ich habe doch gestern noch mit ihm gespielt! Er ist sicher nur auf Reisen und wird bald wiederkommen!'. Dass jemand von jetzt auf gleich nicht mehr da sein sollte - das war für mich als Kind unfassbar, unvorstellbar, unbegreiflich. Und dies ist es auch heute noch, falls es einen Menschen oder ein Tier betrifft, das mir nahesteht.

Der Zeitpunkt des Todes ist niemals Zufall
Die Seele geht, wenn sie gehen möchte. Ein irdisches Leben kann nur enden, wenn die Seele dieses Menschen sich bewusst dazu entschieden hat, die Inkarnation zu beenden. Auch der für uns überraschende Tod, beispielsweise durch einen plötzlichen Herzinfarkt oder einen Unfall, ist kein 'Unfall' - sondern eine Folge der Entscheidung der Seele, die entschieden hat, unsere Welt jetzt auf diese Weise zu verlassen. Das geschieht erst dann, wenn der Plan für diese Inkarnation erfüllt ist. Was genau zu diesem Plan gehört und wann er erfüllt ist, zum Beispiel durch bestimmte Erfahrungen oder einer bestimmten Seelenreife, können wir zu Lebzeiten nicht wissen. Wüssten wir dies, würde dies das Erreichen der Ziele vermutlich be- oder sogar verhindern.

Wenn jemand stirbt, ist sein Leben vollendet
Es kommt nicht darauf an, wie lange ein Leben gedauert hat - sondern darauf, dass ein bestimmter Zyklus vollendet ist. Das irdische Leben hört daher auf, wenn es vollendet ist – nicht früher und nicht später, nicht ohnmächtig und nicht fremdbestimmt. Leben und Tod unterliegen der freien Wahl der Seele und der Tod ist immer ein Zeichen für die Vollendung des jeweiligen Lebens. Wenn ein irdisches Leben endet, ist es vollendet. Wenn du dies anerkennen kannst, wird dich diese Perspektive trösten. Es gibt nichts, was noch junge, früh verstorbene Menschen verpasst haben oder nicht gelebt haben: Durch ihren Tod ist dieses eine Leben vollendet und es wurde erlebt, was auf Seelenebene erlebt werden wollte.

Angst vor dem Tod
Unsere tiefste und zentrale Angst ist die Angst vor dem Tod. Wir leben in der Angst, jederzeit und überall plötzlich sterben könnten. Krankheitsepidemien wie Corona, Naturkatastrophen, Amokläufe, Krieg und Terrorismus erinnern uns im Laufe unseres Lebens immer wieder daran, dass auch wir eines Tages sterben werden. Wenn du dir jedoch bewusst machst, dass du, dass deine Seele, jederzeit die freie Wahl hat, zu leben oder zu sterben, kannst du deine Angst vor dem Tod loslassen. Da dies eine zentrale Angst ist, lösen sich in Folge auch viele andere Ängste auf und es entsteht Freiheit in dir.

Was 'stirbt' durch den Tod?
Nachdem du durch das „Tor des Todes“ gegangen bist, wirst du begreifen, dass der Tod nur eine Illusion ist. Mit dem Tod beginnt die Auflösung des physischen Körpers - und spätestens dann kannst du erkennen, dass du nicht dein Körper bist und es nie warst. Der Tod ist lediglich das Ende all der Illusionen und Irrtümer über uns selbst. Was stirbt, ist lediglich dein Ego, das „falsche Selbst“, die Vorstellung, die du darüber hattest, wer oder was du bist. Der Tod ist das Ende des subjektiven, getrennten Bewusstseins. Es ist das Ende des konditionierten Verstandes. Unsere Seele ist jedoch unsterblich und unbegrenzt. Sie ist nicht den Gesetzen von Zeit und Raum unterworfen, sondern geht über alle Grenzen hinaus. Nichts, was einen Wert hat und was echt ist, geht jemals verloren. Dazu gehört die Essenz all der Erfahrungen, die du in deinem Leben gemacht hast.

Der leichte und der schmerzhafte Tod
Schmerzhaft ist der Tod nur dann, wenn du versuchst, an deinen Illusionen und Vorstellungen darüber festzuhalten. Wenn du dich jedoch schon zu Lebzeiten mit der Frage beschäftigst, wer oder was du in Wahrheit bist, hast du es bei dem Übergang, der 'Tod' genannt wird, leichter, denn du verstehst dann, dass dieser Prozess nicht das Ende, sondern lediglich ein Übergang ist.

Nur wer den Tod versteht, versteht die Bedeutung des Lebens
Sich der Endlichkeit deines irdischen Lebens bewusst zu sein, verstärkt die Liebe zum Leben an sich. Das, was nach diesem Übergang geschieht, hängt von der Reife deines Bewusstseins zum Zeitpunkt des 'Todes' ab. Dies wird entschieden durch die Frage, wie du dein Leben verbracht hast, womit du dich beschäftigt hast und welche 'Fortschritte' du im Rahmen deiner Möglichkeiten gemacht hast. Niemand trauert auf dem Sterbebett versäumten Karriereschritten nach - wenn der Tod näherrückt, wird dir die Bedeutung der Liebe in deinem Leben bewusst und du erkennst die wirklich wichtigen Geschenke in deinem Leben.

Ich möchte etwas Bleibendes hinterlassen!
Viele Menschen treibt der Wunsch, wenn sich ihr Körper aufgelöst hat, etwas Bleibendes zu hinterlassen, was ihren Tod überdauert. Beispielsweise ein Haus, Bücher, Songs oder Gedichte, die sie geschrieben haben und der Menschheit überlassen. Doch ist das nicht nötig, denn wenn du stirbst, bleibt die Essenz, die heilige Dimension deines Lebens, erhalten und auf der Erde für alle Menschen weiterhin zugänglich.

Reinkarnation
Wir alle haben schon viele hundert Male gelebt und sind viele hundert Male gestorben. Dieses 'Rad der Wiedergeburt' endet erst, wenn wir ausreichend Bewusstsein über die 'Gesetze des Lebens' erlangt haben, wenn wir ausreichend Erkenntnis über unser 'wahre Selbst' gesammelt und ein bestimmtes 'Seelengewicht' bzw. 'Seelenalter' aufgrund unserer Lebenserfahrungen auf der Erde erreicht haben. In unserer westlichen Kultur wird der Glaube an frühere Leben eher ausgegrenzt. In den meisten asiatischen Ländern gehört die Lehre der Reinkarnation zum Alltag und sie führt dort beispielsweise zu deutlich mehr Gelassenheit. Denn wenn man an die Wiedergeburt glaubt, kann man das gegenwärtige Leben viel spielerischer betrachten. Glaubt man dagegen, diese Leben wäre sein einziges und man muss in diesem einen Leben alles erreichen, lebt man viel verbissener, was viele allgemeine, kulturelle Unterschiede zwischen westlichen und östlichen Völkern erklärt.

Lebensbedrohliche Situationen
Nahtoderlebnisse, lebensbedrohende Krankheiten und lebensgefährliche Situationen, der Tod anderer Menschen oder der Tod von Tieren bringt uns oft plötzlich und unerwartet mit dem Tod in Kontakt. Plötzlich wird uns die Endlichkeit unserer irdischen Inkarnation wieder bewusst. So gesehen sind solche Ereignisse und Situationen Hinweisschilder, damit wir unseren Lebensweg, unsere jüngsten Entscheidungen sowie den Umgang mit uns selbst und anderen noch einmal genauer betrachten.

Die Vorbereitung auf eine 'glückliche Sterbestunde'
Es gibt in einigen buddhistischen Traditionen den Brauch, sich bereits von Kind an auf eine 'glückliche Sterbestunde' vorzubereiten. Das beinhaltet, dass man stets 'reisebereit' ist. Dazu gehört unter anderem, dass man ungeklärte Konflikte bereinigt hat und dass den Menschen um sich herum alles gesagt hat, was einem zu sagen wichtig ist. Diese Form der Vorbereitung auf den Tod bringt eine gewisse Ruhe ins Leben. Denn wer dann tatsächlich in eine lebensbedrohliche Situation gerät, ist man zumindest in Bezug auf diese Punkte mit sich in Frieden.

Wer sich in seiner Sterbestunde zusätzlich noch mit Gedanken darüber quält, was er wem gegenüber gern noch gesagt hätte, was noch alles zu erledigen gewesen wäre, was in Bezug auf die persönliche Hinterlassenschaft etc. hätte vorher geklärt werden müssen, erlebt einen mit Stress erfüllten Übergang. Das ist für den Prozess des Übergangs aus spiritueller Sicht sehr hinderlich. Daher halte ich es für eine gute Idee, sich schon HEUTE auf eine 'glückliche Sterbestunde' vorzubereiten. Dies kann in vielen Situationen, die da noch kommen mögen, für deutlich mehr Frieden und Gelassenheit in dir sorgen.


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