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Andere Menschen

Nur durch Andere können wir erkennen, wer wir selbst sind.

Alle Menschen wollen geliebt und akzeptiert werden. Indem du andere Menschen liebst und akzeptierst, können sie ihre Angst loslassen. Dann werden sie nicht mehr das Gefühl haben, dich angreifen zu müssen.

Alles, was du anderen Menschen vorenthältst, enthältst du in Wahrheit dir selbst vor. Nur, indem den Wert der anderen anerkennst, wirst du in deinem eigenen Wert bestätigt.

Die Gefühle, die du für den Anderen hegst, spiegeln deine Gefühle für dich selbst wieder. Ohne ein Gegenüber, das uns spiegelt und reflektiert, Gemeinsamkeiten und Unterschiede offenbart, können wir nicht heraus finden, wer wir sind und wie wir sind. Selbsterkenntnis bedingt den Kontakt zu anderen. Auch innere Freiheit zu erlangen, bedingt den Kontakt zu anderen. Niemand kann seine „Erleuchtung“ oder hohe Bewusstseinszustände allein und ohne Hilfe anderer erreichen.

Es gibt erfahrene Männern und Frauen, die die Verstrickungen und Konflikte anderer klar erkennen und ihnen in großartiger Weise helfen können. Aber bei ihren eigenen Themen tappen sie oft völlig im Dunkeln und können sich trotz all ihres Wissens nicht selbst helfen. Dieses Prinzip gilt für uns alle. Wir brauchen einander, wir ermöglichen uns gegenseitig, uns selbst zu erkennen und uns aus unseren inneren Verstrickungen zu befreien. Allein ist dies nicht möglich.

Begegnungen mit anderen Menschen haben daher eine wichtige Funktion. So ist es beispielsweise hilfreich, unsere Wahrnehmung auf das zu richten, was andere Menschen in uns hervorrufen. Das, was jemand sagt, wie er es sagt, was er tut und wie er es tut ist eine Chance, das Bild, das wir von uns selbst gemacht haben, genauer unter die Lupe zu nehmen, zu vervollständigen und gegebenenfalls zu korrigieren.

Je weniger wir uns selbst kennen, uns selbst erforscht haben, desto weniger können wir andere verstehen und uns mit ihnen verbunden fühlen. Umgekehrt wächst das Verständnis und das Gefühl der Verbundenheit für andere, je mehr wir über uns selbst wissen. Wir können an anderen immer nur das erkennen, was in uns selbst vorhanden ist. Niemals können wir einen anderen Menschen in seiner Gänze und seiner Vollkommenheit wahrnehmen. Und wir erkennen immer nur einen kleinen Teil - und neigen häufig dazu, aufgrund dieses „Mosaiksteinchens“ ein Urteil über den ganzen Menschen zu fällen. Dabei ist unsere Wahrnehmung immer überlagert von unseren inneren Erfahrungen, Einstellungen und eigenen Denkmustern, die einen objektiven Blick auf das Handeln oder das Wesen eines anderen unmöglich macht. Dies ist einer der Gründe, aus denen wir bei der Be- oder Verurteilung von anderen sehr zurückhaltend sein sollten.

Durch Kontakte zu lernen, wer wir sind und wie wir sind, kann ganz einfach sein. Zum Beispiel indem wir bei Begegnungen oder Gesprächen mit anderen feststellen: „so bin ich auch“ oder „so bin ich nicht“. Tieferer Erkenntnisse entstehen bei der Betrachtung der Art und Weise, wie ein anderer uns behandelt. Andere sind immer Spiegel für uns selbst und liefern Hinweise darauf, wie wir andere oder uns selbst behandeln. Dies genauer zu betrachten ist oft schmerzhaft, aber vor allem in den unbequemen Erkenntnissen liegt ein großes Potenzial für Selbsterkenntnis.

Ob wir uns von anderen eher getrennt oder verbunden fühlen, entscheiden wir durch die Ausrichtung unserer Wahrnehmung. Wer sein Gefühl der Verbundenheit fördern möchte, achtet weniger auf die trennenden Aspekte, sondern sucht bei Begegnungen nach den Gemeinsamkeiten.

Mitgefühl und das Gefühl intensiver Verbundenheit kann vor allem bei dem Blick auf die Wunden des anderen entstehen. Mag der andere auch noch so cool, unnahbar oder dominant erscheinen: Keiner von uns kommt ohne tiefe Verletzungen durchs Leben. Und so lässt sich viel Verständnis und Nähe zu anderen aufbauen, wenn wir unsere Wahrnehmung darauf ausrichten zu erkennen, wie der andere verletzt ist und wie dies seine Handlungen bestimmt.

Gute Fragen in diesem Zusammenhang sind auch:
Was wäre das Beste, was ich aus dieser Begegnung machen kann?
Wie kann ich denen, denen ich heute begegnen werde, am meisten geben oder helfen?
Womit kann ich „ihm“, „ihr“ oder „ihnen“ eine Freude machen?


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