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Opfer

Opferverhalten basiert auf der falschen Annahme, nicht geliebt zu sein.

Sich zu beklagen ist immer ein Nicht-annehmen von dem, was ist. Darin ist immer eine negative Ladung enthalten. Wenn du dich beklagst, machst du dich selbst zum Opfer. Der Weg in die Freiheit ist der Weg aus der Opferrolle in deine eigene Schöpferkraft hinein. Es ist der Weg der Selbstverantwortung.

Warum machen wir Menschen so selten die Erfahrung bedingungsloser Liebe? Warum fühlen wir uns oft als Opfer des Verhaltens anderer? Oder als Opfer bestimmter Umstände um uns herum?

Darauf gibt es keine einfache Antwort, die ich dir hier in zwei Sätzen geben könnte. Um die tieferen Ursachen hierfür zu erklären, möchte ich dir eine Geschichte erzählen. Sie handelt von dir und deinem Verhältnis zu Gott. Du glaubst nicht an Gott? Du hast ein Problem mit den Begriff "Gott"? Du lehnst die Idee eines Gottes, so wie ihn die Kirche lehrt, ab? Kein Problem! Ich erzähle dir hier nur eine GESCHICHTE! Und die geht so:

Ursprünglich befandest du dich in der Einheit, warst mit Gott und verfügtest über die "göttliche Schöpferkraft" und warst ein Mitschöpfer. Du hattest Anteil an der Allmacht der göttlichen Liebe und nichts war für dich unmöglich. Dann fragtest du dich, was wohl geschehen würde, wenn du etwas Eigenes erschaffen würdest - ohne Gott. Das hast du noch nie zuvor getan, daher warst du dir nicht sicher, welche Folgen das haben könnte. Du fragtest dich: "Was, wenn das schiefgeht?". Dieser Zweifel war eigentlich nur deine Angst, dann irgendwie getrennt zu sein und dann das Wohlwollen Gottes zu verlieren. Doch dein Zweifel zog viele angstvolle Gedanken nach sich. Was, wenn du durch deine eigenmächtigen Schöpfungen ein Chaos verursachen würdest - vielleicht würde Gott dann wütend auf dich? Und dich dann nicht mehr "wie sein Kind", wie ein Teil von ihm, lieben? Dieser Gedanke führte dazu, dass du dich schuldig fühltest. In dir kam die Vorstellung auf, dass du aufgrund deines eigenen Handelns möglicherweise nicht mehr geliebt wirst. Diese Idee einer Trennung von dir und Gott hast du selbst künstlich erzeugt - aber es fühlte sich für dich irgendwie real an. Und so glaubtest du dieser Idee.

Das führte dazu, dass alles, was du seitdem erschaffen hast, mit dem Glauben verbunden war, etwas Unrechtes zu tun. Gegen Gott zu handeln, seine Unzufriedenheit oder seinen Zorn zu spüren zu bekommen, in Ungnade gefallen zu sein und seiner Liebe nicht wert zu sein. In Folge bekamst du Angst vor deiner eigenen Schöpferkraft und fingst an, sie vor dir selbst zu verbergen. Du hörtest auf, Schöpfer sein zu wollen - und wurdest Opfer. Du hast die Wirklichkeit auf den Kopf gestellt, indem du aufgehört hast, eine Ursache zu sein und anfingst, zu einer Auswirkung von Ursachen zu werden.

Die Trennung aus der Einheit, die Trennung von der göttlichen Liebe war deine eigene Entscheidung. Du fragtest dich: "Was wäre, wenn ich die mir gegebene Macht missbrauche?". Und dann hast du dir deine eigene Welt erschaffen - in Angst.

Du hättest Gott vorher fragen können und ihm deine Zweifel und Ängste schildern können. Er hätte dir versichert, dass du bedingungslos von ihm geliebt wirst. Dass er dich immer lieben wird, egal was du tust oder nicht tust. Und dass du immer liebevoll handeln wirst, wenn du dir seiner bedingungslosen und immerwährenden Liebe bewusst bist. Du kannst keine "bösen" Gedanken denken oder böse handeln, wenn du dir bewusst darüber bist, dass du der Liebe wert bist. Alle deine Angriffe auf andere resultieren aus der Vorstellung, dass du der Liebe nicht wert bist.

Auch Adam und Eva fragten sich einst: Was wird passieren, wenn wir in den Apfel beißen und so mächtig wie Gott werden? Und dann schämten sie sich und versteckten sich vor Gott. Du bist heute am gleichen Punkt. Du stellst dir die gleiche Frage. Du kaust auf dem gleichen Apfel herum. Und indem du dir diese Frage ständig stellst und sie immer für dich selbst zu beantworten versuchst, kommst du aus der Erfahrung, entweder Täter oder Opfer zu sein, nicht heraus.

Täter und Opfer sind voneinander abhängig und zwei Seiten der gleichen Medaille: Der Täter braucht ein Opfer. Um sich als Opfer fühlen zu können, braucht es einen Täter. In deiner eigenen Welt bist du immer entweder das "gute", unschuldige Opfer - oder der "böse" Täter, der irgendwann für seine Fehler und Missetaten bestraft werden wird. Die Vorstellung von etwas "Bösem" kommt jedoch erst dadurch auf, dass du daran zweifelst, es wert und in der Lage zu sein, Liebe zu geben und zu empfangen. Doch du zweifelst daran - und alle anderen in deiner eigenen Welt auch. Und so lange nimmt das leidvolle Spiel von Täter und Opfer in deinem Leben kein Ende.

Die Frage "Bin ich liebenswert?" kannst du nicht für dich selbst beantworten. Dies ist eine angsterfüllte Frage und deine eigene Antwort darauf wird immer unbefriedigend für dich sein.

Dein spirituelles Leben kann jedoch erst dann beginnen, wenn du diese Frage stellst und deine bisherigen Vorstellungen hierzu infrage stellst. Wenn du dies tust, wäre dies ist der Anfang deiner Heilung. Durch sie kannst du zu deiner wahren Kraft gelangen und deinen wahren Lebenssinn finden. Zweifle deinen eigenen Zweifel an. Negiere deine eigene Negativität. Das wäre der Wendepunkt, es wäre das Ende deines Abstiegs in die Materie und der Anfang deines Aufstiegs in den Himmel.

Überlasse die Frage, ob du liebenswert bist oder nicht, einfach dem Universum - oder Gott, wenn du es willst. Du weist damit die Vorstellung zurück, dass du von Gott getrennt bist. Du weist die Vorstellung zurück, du seist nicht liebenswert. Oder die anderen seien nicht liebenswert. Du weist damit die Vorstellung des "Bösen" zurück, da es lediglich eine aus der Angst geborene Idee ist. Du weist die Vorstellung zurück, dass du Gottes Macht missbrauchen könntest.

Stelle die Frage "Bin ich liebenswert?" an Gott oder ans Universum. Und dann warte ab, sei wach, nimm wahr und schaue dich um, beobachte. Dann wirst du eine Antwort finden.

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