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Gier

Gier entsteht durch die Angst vor Mangel.

Hinter der Gier steckt der Irrtum, mehr (Geld, Besitz, Macht) würde 'mehr' glücklich machen. Bestimmte Dinge kaufen zu können und zu besitzen, macht uns glücklich. Allerdings leben die meisten von uns in dem Irrtum: Umso mehr Dinge wir besitzen, desto glücklicher werden wir. Die meisten meinen, zwei Millionen würden sie glücklicher machen als eine Million. Diese Idee wird gar nicht mehr hinterfragt, so 'logisch' erscheint sie uns.

Wir stellen nicht mehr die richtigen Fragen: Wofür ist die viele Arbeit und die Wirtschaft eigentlich gut? Wie viel ist genug?

Viele Philosophen würden die Anhäufung von Besitz über die eigenen Bedürfnisse hinaus als eine Art Geisteskrankheit beschreiben. Der Löwe tötet nur EINE Antilope, um satt zu werden, nicht alle. Ein Baum zieht nicht ALLE Nährstoffe aus dem Boden, sondern nur so viel, wie er braucht. Nichts in der Natur nimmt sich mehr, als es eigentlich braucht. Und wenn doch, stirbt es aus. Dies spiegelt sich auch in unseren Krankheiten. Krebs zum Beispiel ist ein Phänomen, das auftritt, wenn Zellen sich mehr nehmen, als sie brauchen. Wir alle wissen, welche Auswirkungen dies hat und wohin das führen kann. Dennoch hinterfragen wir das Prinzip 'immer mehr!' nicht und meinen, es sei nie genug.

Das Motto unserer Gesellschaft lautet: Werde immer besser, schneller, perfekter! Sei nie zufrieden mit dem, was du hast! Orientiere dich an der Zukunft, denn nur dort liegt deine Erlösung und dein Heil! Diese falschen Ideen lassen uns niemals zur Ruhe kommen. Sie halten uns auf Trab und lassen uns rennen und rennen, ohne jemals irgendwo anzukommen. Durch den Glauben, alles müsse immer schneller gehen und wir brauchen immer MEHR, erhöht sich ständig die Geschwindigkeit und der Stress.

Diese Gefühle kosten uns sehr viel Lebensenergie. Die Angst vor Mangel wird von den Medien und Filmen ständig genährt. Dies fördert unsere Angst, es könnte womöglich nicht mehr genug für uns da sein. Es ist ständig etwas anderes - aber das Muster, die Angst vor Mangel zu erzeugen, ist in jeder Zeitung, in jeder Nachrichtensendung und in fast allen Filmen immer wieder aufs Neue zu sehen. Damit wird u.a. auch die Gier gefördert. Dieser Mechanismus erklärt z.B. auch die irrationalen Hamsterkäufe von Klopapier, die als erste Reaktion nach dem Bekanntwerden der Corona-Pandemie zu beobachten waren.

Die Angst vor Mangel führt dazu, dass wir uns unausgeglichen fühlen und den Kontakt zu unseren Gefühlen verlieren. Wir verlieren unsere wahrhaft wichtigen Ziele als sich entwickelnder Mensch aus den Augen - und verlieren so sogar die Übersicht über unseren ganzen Lebensweg.

Das Gegenteil von der Angst vor Mangel, die zur Gier führt, ist die Anerkennung der Fülle in unserem Leben.

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