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Geben

Beim Geben ist die Eigenverantwortung des anderen zu achten.

Als Kind haben wir versucht, unsere ganze Liebe unseren Eltern zu schenken. Doch durch ihre eigenen Wunden waren unsere Eltern meist nicht in der Lage, unsere Liebe voll und ganz anzunehmen.

Als Kind konnten wir nicht erkennen, dass dieses nicht-annehmen nicht an uns oder am Maß unserer Liebe lag, sondern dass unserer Eltern in einigen Bereichen unsere Liebe einfach nicht annehmen konnten. So haben wir als Kind angefangen, an unserer Fähigkeit zu zweifeln, geben zu können und anderen Liebe zu schenken.

Bei aller Art von Geben ist es wichtig, auf die Beschaffenheit des Bodens zu achten, den wir durch unsere Hilfe befruchten möchten. Es gibt fruchtbare und unfruchtbare Böden. Diese Wahrnehmung und die Fähigkeit zur Unterscheidung sind wichtig, denn wenn wir in bester Absicht einen Rat, finanzielle Hilfe, Liebe etc. auf einen unfruchtbaren Boden geben und keinerlei positive Ergebnisse feststellen, kann dies bei uns zu Selbstzweifeln führen.

Auch versucht jedes Kind üblicherweise, aus Liebe die Verantwortung für eine andere Seele, für Vater und/oder Mutter, zu übernehmen. Doch sobald wir anfangen, uns aus Hilfsbereitschaft für den anderen verantwortlich zu fühlen, wandelt sich die anfängliche Freude des Gebens zu einer Belastung. Unser Körper reagiert dann z.B. mit Schulter/Nacken- oder Rückenschmerzen, emotional nehmen wir diese Überlastung oft als Gereiztheit wahr.

Daher gilt es bei aller Liebe und Hilfe, die wir anderen geben möchten, zu lernen, die Verantwortung des anderen für die Ergebnisse seines eigenen Tuns oder nicht Tuns zu achten.

Jeder trägt auch Verantwortung für sich selbst und macht aufgrund seines Handelns oder nicht-Handeln ganz bestimmte Erfahrungen. Diese sind wichtig, um zu lernen und zu wachsen. Greift hier jemand ein - auch wenn es in bester Absicht geschieht - ist es in bestimmten Fällen möglich, dass wir den Lernprozess des Betreffenden behindern.

Dies sollte man vorher überlegen, bevor man eingreift, hilft und gibt. Nicht, um seine 'Gaben' und Hilfe generell zurückzuhalten, sondern um nur in den richtigen Situationen den richtigen Menschen zu helfen.

'Geben ist seliger als Nehmen' heißt es. Ein Bettler will etwas haben und nehmen, ein König willen teilen und geben. Durch deine Taten bestimmt du, wer du bist. Dennoch ist auch das Geben eine Kunst, wenn sie förderlich wirken soll.

Beispiel Entwicklungshilfe: Hungrigen Menschen einfach Geld und Nahrung zu geben, löst die Probleme nicht dauerhaft. Im Gegenteil, sie verschlimmert die Probleme häufig noch. Siehe hier: -> Entwicklungshilfe.

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