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Einheit

Was 'Einheit' ist, können wir auf Verstandesebene nicht erfassen.

Unsere Welt ist polar - alles hat zwei Seiten, alles hat einen Gegensatz. Heiß und kalt, hell und dunkel, gut und böse. Das gilt auch für unser Gehirn: Es besteht aus zwei Gehirnhälften mit unterschiedlichen Aufgaben. Und erst beide gemeinsam ermöglichen uns die Fähigkeit, zu denken, zu erfassen, zu analysieren, aber auch zu träumen, etwas gedanklich zu erschaffen, künstlerisch tätig zu sein und vieles mehr. Die Polarität unseres Gehirns, die Polarität der für uns wahrnehmbaren Welt, sieht alles in Gegensätzen, in einem 'entweder - oder'.

Wenn wir jedoch genauer hinschauen, können wir erkennen, dass die beiden Pole einer Sache nur zwei Seiten ein und derselben Münze sind. Heiß und kalt sind die Pole der Temperatur. Gut oder böse sind Pole der Bewertung. Wir nehmen die Pole wahr, nicht aber, dass jeder Pol zwingend einen Gegenpol braucht, um überhaupt existierten zu können. Ohne Tag gäbe es keine Nacht. Ohne Krankheit gäbe es keine Gesundheit. Ohne Krieg gäbe es keinen Frieden.

In der Einheit existiert alles, was ist, gleichzeitig. Alle Pole, die wir wahrnehmen können, existieren in der Einheit gleichzeitig und ohne Unterscheidung. Ohne Raum und ohne Zeit. Das ist für den menschlichen Geist nicht vorstellbar.

In den Zustand der Einheit zu gelangen, ist das Ziel aller spirituellen und religiösen Wege. In der Religion wird die Einheit beispielsweise als 'Gott', 'Ich Bin', 'Der Allmächtige', 'Jehova', 'Allah' usw. benannt. In der Spiritualität wird es neutraler, z.B. als das 'universelle Bewusstsein', bezeichnet. Dies sind letztlich alles Begriffe, die ein und dasselbe beschreiben - obwohl Anhänger der jeweiligen Religion dies natürlich anders sehen und darüber streiten würden. Hier zeigt sich schon der Irrtum vieler religiöser Menschen, denn Religion handelt immer von Einheit, nicht von Trennung. Anhänger einer bestimmten Religion tun aber meist genau dies: Sie trennen den Christen vom Buddhisten, den Hinduisten vom Juden und vom Moslem. Anhänger einer Religion behaupten, 'ihr' Gott sei der einzig Wahre und alle anderen lägen falsch - und müssten daher vom 'richtigen' Gottesbild bekehrt werden. Das führte und führt bis heute zu Abgrenzung, Ausgrenzung bis hin zur Gewalt gegenüber Andersgläubigen.

In der Bibel heißt es dazu, dass wir uns kein Bild von Gott machen sollen. Eben deshalb, weil jedes Bild falsch und unvollkommen wäre. Denn wir können weder etwas wie Gott, Allah und all die anderen Bezeichnungen noch das Konzept der Einheit mit unserem irdischen Bewusstsein erfassen. Dennoch gibt es zahlreiche Vorstellungen darüber - und dabei kommen immer Zerrbilder heraus, die Gott menschliche bzw. polare Eigenschaften zuschreiben. So kommt es beispielsweise zu der Idee eines rachsüchtigen oder strafenden Gottes, einer Person, einem Individuum, etwas, das bestimmte Eigenschaften besitzt oder nicht besitzt. All dies ist unvollkommen und wird der Wahrheit in keiner Weise gerecht - daher ist es besser, sich darüber gar keine Vorstellung und kein konkretes Bild zu machen.

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