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Unbewusst

Solange du unbewusst in deinen Gedanken lebst, träumst du.

Unbewusst zu sein bedeutet, ganz in seinem Denken und seiner Vorstellungswelt gefangen zu sein. Man lebt praktisch vollständig in den Gedanken, in den Geschichten, die man sich selbst erzählt. In gedanklichen Interpretationen dessen, was geschieht. Außerhalb dieser sich selbst erzählten Geschichte, die man für die Realität hält, erkennt man nichts anderes. Die Situationen werden vollständig mit der eigenen Geschichte und Interpretation verwoben.

Beispielsweise sagt man bei einem Blick in den Himmel dann nicht einfach 'es regnet' - sondern: 'Herrje, es regnet und ich wollte ja nachher noch spazieren gehen, das kann ich jetzt wohl vergessen. Jetzt ist der Weg sicher matschig und ich werde dreckig und nass werden, wenn ich trotzdem gehen würde. Eine Erkältung kann ich mir im Moment echt nicht leisten, dann würde Herr Müller, mein Chef wahrscheinlich wieder sagen...' - und so weiter und so weiter.

Die Geschichte mit dem Hammer
Paul Watzlawick hat dazu ebenfalls eine sehr treffende Geschichte in seinem Buch 'Anleitung zum Unglücklichsein' beschrieben. Sinngemäß geht es darum: Ein Mann möchte ein Bild aufhängen, findet aber seinen Hammer nicht. Er denkt darüber nach, sich bei seinem Nachbarn einen Hammer auszuleihen. Dann fällt ihm ein, dass der Nachbar ihn gestern nicht gegrüßt hat. Er überlegt: Vielleicht hat er etwas gegen mich? Was habe ich ihm getan? Ich grüße jeden immer freundlich und würde jedem einen Hammer leihen - was, wenn er es nicht tut, nur weil ich irgendwas getan haben soll, an das ich mich gar nicht erinnere? Ist doch Quatsch! Und wieso sollte er mir deswegen seinen Hammer nicht leihen, ausgerechnet, wenn ich mal Hilfe brauche - wie asozial ist das denn?! Schließlich steigert sich der Mann so in seine Wut hinein, dass er zum Nachbarn herüberrennt und den verdutzten Nachbarn nach dem Öffnen der Haustür anbrüllt: 'Wissen Sie was - sie können ihren Scheiß-Hammer behalten!'.

UNBEWUSST spielst auch du diese Geschichte mit dem Hammer jeden Tag in deinem Alltagsleben zig-Mal durch! Beobachte deine Gedanken dahin gehend mal genauer. Was du dir alles denkst, was passieren könnte, was wer sagen könnte, was wer über dich denken könnte, was für Folgen dies oder jenes haben könnte und so weiter und so fort. Solange du unbewusst mit deinen Gedanken identifiziert bist, gibt es einen unaufhörlichen Strom von Gedanken, Einschätzungen, Ängsten und Urteilen. Die meisten Menschen leben unbewusst - gefangen in ihrer eigenen Traumwelt.

Bewusst sein
Das Gegenteil vom unbewussten Sein ist das 'bewusst- Sein'. Man kann es auch als Erwachen oder Erleuchtung bezeichnen. Dies setzt voraus, sich von den eigenen Gedanken lösen zu können und aufzuhören, Ereignissen im Außen Geschichten anzudichten. Dann nimmt man nur noch wahr - im Jetzt, im gegenwärtigen Moment, ohne ihn zu kommentieren.

Ergänzende Themen: Jetzt -Alles Leben findet immer nur im JETZT statt. Denken: Deine Gedanken entscheiden über deinen Weg.

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