Spritiwissen.de Wissen von A-Z

Schatten

Schatten entsteht, weil jeder 'gut' sein will.

Deine Schatten sind Erfahrungen und Verhaltensweisen, die du am liebsten ausblenden möchtest. Aus Angst vor dich überwältigenden Gefühlen hast du schwierige Ereignisse in deinen Schatten verdrängt. Dort liegt also das, was du nicht sehen und nicht anerkennen willst, obwohl es ein Teil von dir ist. Hierzu gehören Gefühle, die du als nicht gut, als 'nicht akzeptabel“ einstufst: Gier, Hass, Neid, Wut, Trauer, Schock, Gewalt- und Mordgedanken beispielsweise. Häufig geht es um deinen Umgang mit Aggression. Meist zeigen sich deine Schattenanteile in Extremsituationen – und möglicherweise erschrickst du dann vor dir selbst.

Manchmal entstehen Schattenaspekte durch besonders leidvolle Erfahrungen aus deiner Vergangenheit oder früheren Leben, die du nicht anschauen und als Teil deiner Erfahrungen akzeptieren magst. Wenn du ein Ereignis als „zu bedrohlich“, als „zu schrecklich“ empfindest, verdrängst du dein Gefühl in dieser Situation in deinen Schattenbereich, um dich vor diesen scheinbar übermächtigen Gefühlen zu schützen. Wenn dir z.B. plötzlich alles genommen wird, sei es materiell oder in Bezug auf einen geliebten Menschen und du dies nicht ertragen kannst, verdrängst du die Erfahrung von Verlust in den Schatten. So nimmst du sie zunächst nicht mehr wahr. Dennoch bleibt dieses Gefühl und die Angst davor ein Teil von dir. Du hast sie erlebt, gefühlt, gespürt.

Aber auch die Unterdrückung deiner eigenen Triebe und deine 'schlechten Eigenschaften' fallen in den Schatten, wenn du sie nicht wahrhaben willst. Der Versuch, immer nur 'gut' sein zu wollen, führt zur Unausgeglichenheit. Wir trennen 'Gut' und Böse' strikt und meinen, wer etwas 'Böses' getan hat, kann kein guter Mensch sein. Das ist schwarz-weiß-denken, dies ist Polarität. Dabei wird eine von zwei Seiten der Wahrheit ausgegrenzt. Dies führt zwangsläufig zu Problemen, denn Probleme entstehen immer dort, wo etwas nicht ausbalanciert ist. Wer versucht, eine anstehende Auseinandersetzung mit seinem Schatten zu verdrängen, verliert dabei ununterbrochen Energie. Dies kann so weit gehen, bis man irgendwann zusammenklappt und einer Situation kommt, die wir dann 'Burn-out' nennen.

Wir sind hier, um Erfahrungen zu machen. Und zwar ALLE Erfahrungen – nicht nur die „guten“, angenehmen oder schönen. Nur so ist es möglich, am Ende der Reise zu wissen, was richtig und was falsch ist. Welche Auswirkungen dein Handeln auf andere hat, was Leid erzeugt und was zu Glück und Frieden führt. Bei zwar sowohl bei dir selbst wie auch bei anderen. Wir lernen durch Erfahrungen.

Wie kann ich meine Schattenanteile erkennen?
Deine Schattenanteile sind wie Kinder, die sich danach sehnen, endlich von dir anerkannt und gesehen zu werden. Sie sind ja ein Teil von dir! Und wenn du es nicht tust, rebellieren sie, machen sich bemerkbar und klopfen immer wieder bei dir an. Sie führen dann ein Eigenleben in dir und können sich beispielsweise in deinem Körper ausdrücken, in deinen Gefühlen oder in deinen Träumen. Ebenso in Krankheiten oder körperlichen Beschwerden. Allergien weisen z.B. auf einen Schattenkonflikt mit dem Thema Aggression hin. Auch Depressionen und Alpträume sind häufig ein Ausdruck von unterdrückten Schattenanteile.

Schattenanteile zeigen sich oft auch in deiner Außenwelt. Deine äußere Welt ist immer ein Spiegel deiner inneren Welt. Was dich im Außen stört, ist in deinem Inneren noch nicht integriert. Alles, was du ablehnst, wird dir in irgendeiner Form im Außen begegnen, wird dir im Außen auffallen. Zum Beispiel in Form von Verhaltensweisen anderer Menschen. Dieser Mechanismus wird „Projektion“ genannt. Das, was du anderen nicht gönnst, gönnst du in Wahrheit dir selbst nicht. Das, was dich an anderen stört, stört dich in Wahrheit an dir selbst. Du willst es bloß nicht sehen und nicht akzeptieren.

Du regst du auf über Nachbarn, Politiker, Bekannte, deine Familie oder über einen ungerechten Gott. Doch die Wahrheit ist: Nicht diese Dinge sind falsch. Auch nicht das Verhalten derer, über die du dich aufregst. Sie stehen nur wie Schauspieler als HINWEIS für dich da, wie ein Plakat oder Hinweisschild. Sie sagen zu dir: 'Sieh mal, das ist auch in dir, aber du möchtest es dir nicht anschauen'! Wenn das Drama anderer Menschen deine Aufmerksamkeit auf sich zieht und dich fesselt, kannst du deinen eigenen Schatten darin erkennen. Auch wenn du noch in Angst, Verzweiflung oder Abwehr auf das Drama der anderen reagierst, kannst du darin deinen eigenen Schatten finden. Wenn du neutral auf das reagierst, was andere tun oder nicht tun, kannst du daran erkennen, dass du deinen Schatten integriert hast.

Ganzheit
Dein Schatten ist dein Heiligtum! Licht und Dunkelheit können auf Ebene deiner Seele miteinander verschmelzen. Siehe dir unter diesem Aspekt einmal das Ying-Yang Zeichen an. Wir sind schwarz UND weiß! Wir werden nicht 'ganz', indem wir das Schwarze polieren, damit es weiß wird. Wir können nur durch die Integration des Schattens ganz werden, indem wir erkennen: 'Ja, so bin ich auch!'. Das 'Böse' ist auch in mir, es ist ein Teil von mir. Und es steht in Balance zu meinen 'guten' Eigenschaften! Du kannst nur durch die Integration deines Schattens ganz werden.

Wenn deine Seele eines Tages in ihrem vollen Licht erstrahlen soll, ist die Auseinandersetzung mit deinen Schattenanteilen unumgänglich. Deine Schattenanteile müssen von dir integriert werden, um wahrhaft Ruhe, Frieden und Ausgeglichenheit leben zu können. Das Wesen Gottes ist die Harmonie - hier ist alles in Balance. Es gibt hier keine Unterscheidung in 'Gut' und 'Böse'. Das 'Böse' steht immer in Balance zum 'Guten'. Darin liegt der Friede Gottes.

Daher musst du lernen, das Leben so zu nehmen, wie es ist. Du kannst nicht nur eine Seite, dein schönes 'Traumleben', akzeptieren. Das wäre nur ein halbherziges 'Ja' zum Leben! Du musst auch Schmerz, Angst, Schuld, Mangel und Tod zustimmen. Sobald du deinen eigenen Schatten gebändigt hast, bist du in der Lage, wirklich alles anzunehmen, was das Leben ausmacht. Du befürwortest dann jegliche Erfahrung, so wie du alle Farben des Lebens schätzt. Wenn du auf diese umfassende Weise auf das Leben ausgerichtet bist, steht deiner Erleuchtung nichts mehr im Wege.

Wie kann ich meinen Schatten erlösen?
DU hast Anteile von dir dämonisiert und sie in deinen Keller geschickt. Das Gute ist: DU hast ebenso die Macht und die Möglichkeit, sie dort wieder herauszuholen und zu erlösen! Bei der Integration deines Schattens geht es darum, dich in ihn hineinzufühlen und zu erkennen, warum er da ist, was ihn z.B. so wütend, traurig oder jähzornig macht. Es hat seinen Grund – und seine Berechtigung! Du kannst erspüren, was es braucht, um deinen Schatten zu integrieren: Manchmal geht es darum, den Schatten intensiv zu fühlen und ihn regelrecht zu lieben. Manchmal geht es darum, sich vor seinem Schatten zu verneigen, damit deine Seele diese dunklen Anteile von dir durchstrahlen und mit ihnen verschmelzen kann. Oft ist es ratsam, sich für die Schattenarbeit Hilfe und Unterstützung zu holen. Zum Beispiel durch einen Psychotherapeuten, der dich dabei begleitet und unterstützt.

Deine Dunkelheit ist gleichzeitig dein größtes Licht! Stelle dir vor deinem inneren Auge vor, wie deine Dunkelheit mit deiner Seelenessenz verschmilzt. Aus der Verschmelzung von Licht und Schatten erwächst deine Kraft. Wenn dein Schatten sich verwandelt, enthüllt sich dir dein Potenzial. Erst durch die Akzeptanz und Liebe gegenüber deinen Schattenaspekten kannst du ganz werden - und entdecken, wer du in Wahrheit bist.

Vorlesen: Schatten

Bist du an weiteren Themen wie diesem interessiert? Dann abonniere meinen kostenlosen Fernlehrgang!

Dein FEEDBACK zu diesem Thema

nach oben  *  Quellennachweis
Nächstes Thema:  Schlecht



Copyright © 2022 by Sven-Oliver Wirth