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Schatten

Deine Dunkelheit ist gleichzeitig dein größtes Licht.

Die meisten von uns wollen mit ihren Schattenanteilen nichts zu tun haben. Sie wollen diese dunklen Anteile ihrer selbst nicht wahrhaben und ignorieren oder unterdrücken sie. In deinem Schatten liegen die Themen, die dir immer wieder Probleme machen und dich immer wieder blockieren und hemmen. Es sind die Aspekte, die du in dir ablehnst. Es sind Ängste und Gefühle, die du in dir nicht akzeptieren magst. Vielleicht stehen dir bestimmte Schattenaspekte auch mit besonders leidvollen Erfahrungen aus deiner Vergangenheit oder früheren Leben in Verbindung.

Hierzu gehören Gefühle, die du als „nicht akzeptabel“ einstufst: Gier, Hass, Neid, Wut, Trauer, Schock, Gewalt- und Mordgedanken beispielsweise. Sehr häufig geht es um deinen Umgang mit Aggression. Meist zeigen sich deine Schattenanteile in Extremsituationen – und möglicherweise erschrickst du dann vor dir selbst.

Im Schatten können aber auch tiefe Ängste darauf warten, endlich akzeptiert und angesehen zu werden. Wenn ein Ereignis als „zu bedrohlich“, als „zu schrecklich“ empfunden wird, verdrängen wir das Ereignis bzw. unser Gefühl in dieser Situation in unserem Schattenbereich, um uns vor diesen scheinbar übermächtigen Gefühlen zu schützen. Wenn uns in diesem oder in einem früheren Leben z.B. plötzlich alles genommen wird, sei es materiell oder in Bezug auf geliebte Menschen, hast du dich möglicherweise dazu entschieden, deine Angst vor Verlust in den Schatten zu drängen. So nimmst du sie zunächst nicht mehr bewusst wahr. Dennoch bleibt diese Angst ein Teil von dir. Du hast sie erlebt, gefühlt, gespürt. Sie ist eine Folge eines Erlebnisses, dass du hattest.

Durch die Verdrängung entwickelt diese Angst eine Art Eigenleben in deinem Unterbewusstsein, in deinem Schatten. Sie wächst durch die Verdrängung und drängt danach, von dir gesehen und akzeptiert zu werden. Und da du dies bewusst nicht zulassen willst, macht sie sich mit den ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten irgendwie in deinem Körper, in deinen Gefühlen oder in deinen Träumen bemerkbar. Krankheiten, Allergien, körperliche Beschwerden, Depressionen und Alpträume sind häufig ein Ausdruck der von dir unterdrückten Schattenanteile. Du solltest dich vor deinen Schattenanteilen nicht fürchten: Es obliegt deinem freien Willen, ob du deine Schattenanteile auslebst oder nicht.

Ganzheit
Der Schatten ist eine Hälfte von dir. Es ist das, was dir zur Ganzheit fehlt. Dein Schatten ist dein Heiligtum. Du musst wissen: Licht und Dunkelheit können auf Ebene deiner Seele miteinander verschmelzen. Siehe dir unter diesem Aspekt einmal das Ying-Yang Zeichen an. Wir sind schwarz UND weiß!

Zur Ganzheit kommst du nicht, indem du das Schwarze polierst, damit es weiß wird! Du kannst nur durch die Integration deines Schattens ganz werden. Für dich gilt es zu akzeptieren: „So bin ich auch! Diese „böse“ Eigenschaft ist auch in mir!“. Das Böse steht in Balance zu deinen 'guten' Eigenschaften. Probleme entstehen immer nur dort, wo etwas nicht richtig ausbalanciert ist. Das Wesen Gottes ist die Harmonie: Hier ist alles in Balance, das schließt auch die Balance zwischen „Gut“ und „Böse“ mit ein.

Wenn deine Seele eines Tages in ihrem vollen Licht erstrahlen soll, ist die Auseinandersetzung mit deinen Schattenanteilen unumgänglich. Sie müssen in dir integriert werden, um in dir wahrhafte Ruhe, Frieden und Ausgeglichenheit zu finden.

Dein Schatten entsteht durch die Trennung von „gut“ und „böse“.
Die meisten von uns wollen gern „gut“ sein. Da passen bestimmte Gefühle nicht ins erwünschte Selbstbild. Vielleicht gibt es auch in dir einen Saboteur, der manchmal anderem aus reinem Neid schaden will. Oder den Gierigen, der andere übervorteilt, um einen maximalen Gewinn einzustreichen. Oder den Machtvollen, der andere unterdrückt und demütigt, um sich stark und machtvoll zu fühlen. Oder einen Gläubigen, der meint, seine Religion würde es rechtfertigen, Menschen mit anderem Glauben auszugrenzen, zu missionieren, zu quälen, zu foltern oder sogar zu töten. Oder einen Mörder, der andere aus Wut am liebsten töten oder verletzen will.

Man könnte deinen Schattenbereich auch deine persönliche „Hölle“ nennen. Und mit der willst du vermutlich nichts zu tun haben. Die Wahrheit aber ist: Wir sind auf der Erde, um Erfahrungen zu machen. Und zwar ALLE möglichen Erfahrungen – nicht nur die „guten“, angenehmen und schönen. Du kannst davon ausgehen, dass du schon viele, viele Male in verschiedenen Rollen und Geschlechtern auf dieser Erde gelebt hast. Und das du dabei alle möglichen Rollen ausprobiert hast.

Nur so ist es möglich, Erfahrungen zu machen. Und am Ende zu wissen, was richtig und was falsch ist. Was für Auswirkungen dein Handeln auf andere hat. Was Leid erzeugt – und was zu Glück und Frieden führt. Bei dir selbst und bei anderen. Du warst schon oft Opfer und du warst schon oft Täter. Und wahrscheinlich auch einmal ein Kriegsherr, ein Inquisitor, ein General, ein Soldat, ein Mörder, du wurdest ermordet, bist in Schlachten gefallen, warst mal Anführer, mal Gefolgsmann, mal Betrüger, mal Betrogener und so weiter. Deine Seele kennt all diese Geschichten, die Schönen ebenso wie die Schrecklichen. In unserem heutigen Bewusstsein sind all diese Erfahrungen - Gott sei Dank – größtenteils unzugänglich.

Wie kann ich meine Schattenanteile erkennen?
Deine Schattenanteile erkennst du an dem, was dich im Außen stört. Dieser Mechanismus wird „Projektion“ genannt: Wenn du bestimmte Themen oder Anteile von dir nicht anschauen oder akzeptieren willst, zeigen sie sich im Außen. Es sind Anteile von dir, die gesehen und integriert werden wollen. Sie wollen nicht negiert, weggeschickt oder unterdrückt werden.

Dann regst du dich auf über Nachbarn, Politiker, Bekannte, deine Familie oder über Gott. Die Wahrheit ist: Nicht diese Dinge, die im Außen sind, sind falsch. Oder das Verhalten derjenigen, über die du dich aufregst, ist falsch. Sie stehen wie Schauspieler als HINWEIS für dich, wie ein Plakat oder Hinweisschild: Sieh mal, das ist auch in dir, aber du willst es nicht anschauen! Achte doch in nächster Zeit einfach mal darauf, wenn jemand negativen Aussagen über einen anderen macht oder schlecht über jemanden spricht. Du kannst fast immer sicher sein: Er oder sie spricht über seinen bzw. ihren Schatten!

Am besten ist dein Schatten also in den Dingen um dich herum zu erkennen, die du ablehnst. Doch man kann die eigenen Schattenanteile auch über andere Wege erforschen: Beispielsweise durch Hypnose, Reinkarnationstherapie oder Drogen. Doch erfahrungsgemäß ist dies nur in sehr wenigen Ausnahmefällen wirklich sinnvoll. Wenn es aus früheren Leben etwas zu bearbeiten oder integrieren gibt, wird es sich in deinem aktuellen Leben zum richtigen Zeitpunkt zeigen. Zum Beispiel in Form einer bestimmten Situation oder einem Menschen, der in dein Leben tritt.

Dann hast du wieder die Wahl, ob du dir das JETZT anschauen, bearbeiten und integrieren willst - oder das Thema erneut weg schiebst und unterdrücken möchtest. Schiebst du es wieder weg, wird es in deinem Schatten immer größer und mächtiger. Es wird sich dir eines Tages wieder zeigen – und zwar heftiger, spürbarer, schmerzvoller. Dies ist ein sinnvoller Mechanismus für die Weiterentwicklung deiner Seele, ein Teil eines Prozesses, der dazu führt, dass du eines Tages (in diesem Leben oder in einem anderen) „ganz“ wirst und alle deine Anteile integrierst. Insbesondere die, die du heute noch ablehnst.

Wie kann ich meinen Schatten erlösen?
DU hast Anteile von dir dämonisiert und sie in deinen Keller geschickt. Das Gute ist: DU hast ebenso die Macht und die Möglichkeit, sie dort wieder herauszuholen und zu erlösen! Doch bevor du dich deinen Schattenthemen widmest, empfehle ich dir, dich erst einmal mit deinen inneren Werten zu beschäftigen. Deine Potenziale und deine positiven Eigenschaften zu erkennen. Erst dann solltest du dich mit deinen negativen Aspekten, deinem Schatten, auseinandersetzen.

Dein Schatten braucht zuerst einmal deine Anerkennung, seinen Platz. Er muss gesehen und gewürdigt werden. Bei der Integration deines Schattens geht es darum, die Argumente des Schattens zu verstehen. Dafür ist es hilfreich, wenn du dich gut in ihn hineinfühlst und erkundest, warum er da ist, was ihn z.B. so wütend, traurig, jähzornig oder was auch immer macht. Es hat seinen Grund – und seine Berechtigung! Du kannst erspüren, was es braucht, um deinen Schatten zu integrieren: Manchmal geht es darum, den Schatten intensiv zu fühlen und ihn regelrecht zu lieben. Manchmal geht es darum, sich vor seinem Schatten zu verneigen, damit deine Seele diese dunklen Anteile von dir durchstrahlen und mit ihnen verschmelzen kann.

Deine Dunkelheit ist gleichzeitig dein größtes Licht. Stelle dir vor deinem inneren Auge vor, wie deine Dunkelheit mit deiner Seelenessenz verschmilzt. Aus der Verschmelzung von Licht und Schatten erwächst deine Kraft und aus dieser Verschmelzung wird dein innerer Meister geboren. Wenn dein Schatten sich verwandelt, enthüllt sich dir dein Potenzial. Durch die Akzeptanz und Liebe gegenüber deinen Schattenaspekten wirst du entdecken, wer du eigentlich bist. Du wirst entdecken, welche besondere Fähigkeiten du hast und was genau deine Lebensaufgabe ist.

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