Spritiwissen.de Wissen von A-Z

2 Du bist nicht, was du zu sein glaubst

Der Lichtschalter in deinem Kopf

Als „reiner Geist“ existieren wir in Einheit mit allem, was ist. Um eine Erfahrung als Mensch auf der Erde machen zu können, sind wir mit einem Teil unseres Geistes in einen irdischen Körper eingetreten.

Im Mutterleib angekommen, haben wir uns noch mit allem verbunden gefühlt. Wir fühlten uns geborgen, waren versorgt, wir waren geschützt und es war angenehm warm. Doch dann kam die Geburt. Wir mussten den Mutterleib verlassen, wurden von unserer Mutter leiblich getrennt, und erstmalig entstand in uns das schockierende Gefühl, ein von allem getrenntes Individuum zu sein. Wenn du aus der Einheit kommst, ist das ein Schock. Es ist ein Gefühl, das du zuvor nicht kanntest und das mit Angst, Sorgen und Panik verbunden sein kann. Außerhalb der gewohnten Einheit fühlen wir uns allein, schutzlos und zunächst auch völlig hilflos.

Obgleich es nur EINEN Geist gibt, wie ich später noch genauer erläutern werde, ist unsere menschliche Erfahrung die, dass wir uns jetzt als „gespaltenen Geist“ wahrnehmen. Denn ein Teil unseres Geistes fühlt sich jetzt gefangen in einem engen, menschlichen Körper und abgetrennt von der Einheit. Das ist die Geburtsstunde unseres Egos.

Was ist das Ego?

Nach der Ankunft im Mutterleib fingen wir an, die Welt mit unseren physischen Sinnen wahrzunehmen und diese Eindrücke individuell zu interpretieren. So entstehen im Embryo nacheinander der Berührungs- und Tastsinn, der Gleichgewichtssinn, der Geruchs- und Geschmackssinn, der Hörsinn und zuletzt öffnen sich die Augen und ermöglichen uns das Sehen der physischen Welt.

Mit diesen Sinnen nehmen wir nun unsere Umwelt wahr. Wir sehen ein Hier und ein Dort, ein Nah und ein Fern. Wir können Dinge greifen, fühlen, mit ihnen interagieren. Wir erfahren Schmerzen, Hunger sowie Wärme und Kälte. Kurz: Wir nehmen Dinge wahr, die wir in der Einheit nicht kannten. Willkommen in der Welt der Polarität!

Jetzt fangen, wir an, alle Dinge als getrennt voneinander zu betrachten, sie in Einzelteile zu zerlegen und ihre verschiedenen Eigenschaften zu analysieren. Wir machen Erfahrungen mit anderen Menschen, die sich ebenfalls als getrennt voneinander betrachten, als individuelle Persönlichkeiten.

Und so vergessen auch wir nach und nach die Einheit, aus der wir kamen und die unser wahres Zuhause ist.

Im Laufe der Jahre entsteht aus unseren vielen Wahrnehmungen, Eindrücken, Erfahrungen und deren Interpretation eine ganz besondere, individuelle Sichtweise auf die Welt. Es gibt Dinge, die wir genau wie andere empfinden, vieles aber ist geprägt durch unsere individuellen Erfahrungen und deren Interpretation. So entsteht eine eigene Sichtweise, mit der wir auf die Dinge, auf andere Menschen und auf die Welt schauen.

Dein individueller Blick auf die Welt

Unsere individuelle Sichtweise auf uns selbst, auf andere Menschen und die Welt entsteht durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren, die darüber bestimmen, wie wir Informationen wahrnehmen, bewerten und einordnen.

Dabei spielen vor allem folgende Faktoren eine Rolle:

  • Biologische Grundlagen wie genetische Veranlagungen (z. B. Temperament, Sinnesempfindlichkeit), neurobiologische Unterschiede in der Reizverarbeitung, gesundheitliche Faktoren und die Fähigkeiten der Sinneswahrnehmung
  • Frühe Prägungen wie die Erfahrungen in der Kindheit (Bindung, Erziehung, Umfeld), Vorbilder und Bezugspersonen, frühe emotionale Erlebnisse (Sicherheit, Angst, Liebe, Ablehnung)
  • Kulturelle und soziale Kontexte wie Sprache und Begriffe, die zur Verfügung stehen, Werte, Normen und Glaubenssysteme der Gesellschaft, Religion, Traditionen und Rituale, soziale Gruppen und Zugehörigkeiten
  • Persönliche Erfahrungen wie Erfolge, Misserfolge, Krisen, Reisen, Bildung, Berufs- und Lebenserfahrungen, Begegnungen mit unterschiedlichen Menschen und Meinungen
  • Emotionale und psychische Faktoren wie die Gefühlslage (z. B. Angst, Freude, Stress), Grundhaltungen wie Optimismus oder Pessimismus, unbewusste Glaubenssätze und innere Überzeugungen
  • Wahrnehmungsfilter wie die Entscheidung, worauf wir unsere Aufmerksamkeit und unseren Fokus lenken, selektive Wahrnehmung (was wir ausblenden, was wir überbetonen)
  • Interpretation von Sinneseindrücken wie dem neutralen Blick eines anderen Menschen, der uns anschaut, und den wir je nach individueller Interpretation als übergriffig, angreifend, kritisch oder abschätzig deuten, oder als offen, einladend oder freundlich.

Das Human Design System bietet darüber hinaus einen Blick auf Potenziale und Aspekte unserer Persönlichkeit, die schon seit unserer Geburt in uns angelegt wurden. Individualität entsteht demnach u.a. durch einen „Mantel“ von Eigenschaften, den unser Geist bei Eintritt in die irdische Welt umgelegt bekommt. Es ist sehr faszinierend, eine Analyse des eigenen „Human Designs“ zu studieren und festzustellen, wie viele Charaktermerkmale und Potenziale man hierin erkennen kann, die nicht „angelernt“ oder „mitgebracht“ wurden, sondern mit denen wir zum Geburtszeitpunkt energetisch ausgestattet wurden. Man kann sich das ähnlich vorstellen wie bei einem Auto, das vor Auslieferung mit spezifischem Zubehör ausgestattet wurde.

Ich halte Human Design für ein großartiges Werkzeug zur Selbsterkenntnis, denn es hilft, die „Tools“ und besonderen Fähigkeiten zu erkennen, die wir in unserem Alltagsleben einsetzen können. Auf meiner Internetseite Spiritwissen.de findest du viele weitere Informationen dazu und kannst eine persönliche Analyse deines „Designs“ erhalten.

…

Buch kaufen