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Bibel

Über die Entstehung der Bibel und die Auswahl deren Inhalte.

Der im alten Testament beschriebene Gott ist eine Projektion des menschlichen Verstandes zu der Zeit, als die biblischen Schriften entstanden sind. Der Verstand ist seinem Wesen nach männlich. Aus diesem Grunde wird auch der traditionelle Gott des alten Testaments als eine patriarchalische, kontrollierende Autoritätsfigur beschrieben, die häufig verärgert ist und vor der wir uns fürchten sollen.

Das neue Testament wurde während seiner Entstehung und im Hinblick auf die Originallehre Jesu dramatisch verändert. Die frühen Christen haben die ursprüngliche Lehre der Liebe und Vergebung in eine Lehre der Angst und Schuld umgemünzt. Es wurde der Mythos einer Trennung zwischen Gott und den Menschen geschaffen, um die Kirche in eine Mittlerrolle zu bringen. Mithilfe von Vorstellungen wie Schuld, Strafe und Erbsünde wurden den Menschen suggeriert, sie stünden klein, sündig und machtlos einem allmächtigen, strafenden Gott gegenüber. Dahinter standen (und stehen bis heute) patriarchale Machtinteressen, deren Ziel es war, dass die Menschen sich aufgrund der angeblichen Schuld sowie der Angst vor göttlicher Strafe den Regeln und Dogmen der Kirche beugen und durch den "Zehnten" (10% des Einkommens) die Kirchen finanzieren. Der "Zehnte" wurde in unserer Zeit durch die Kirchensteuer ersetzt.

Der geschichtliche Hintergrund
Kaiser Konstantin organisierte 375 n. Chr. das Konzil von Nizäa in der Absicht, das Christentum so zu organisieren, dass es vor allem seinem Machterhalt diente. Seine Absicht war, auf diesem Wege eine Instanz zu schaffen, deren Macht bis in alle Teile des römischen Imperiums reichte. Im Jahre 553 n. Chr. berief der römische Kaiser Justinian, einer der bedeutendsten Herrscher der Spätantike, die zweite Synode von Konstantinopel ein. Auf ihr wurde unter anderem eine Verordnung erlassen, die beispielsweise die Lehre der Reinkarnation verwarf, obgleich Jesus der Reinkarnation-Lehre eine hohe Bedeutung beimaß. So verschwanden fast alle Hinweise auf Reinkarnation aus der Bibel. Den Frühchristen wurde auf diese Weise einer der wichtigste Pfeiler ihrer Religion genommen.

Im ersten Jahrtausend fanden insgesamt acht ökumenische Konzilien statt. Auf diesen wurde das dogmatische Gebäude des Christentums, so wie es noch heute steht, geschaffen. Alle diese acht Konzilien kamen auf Anweisung der weltlichen Gewalt, also der oströmischen Kaiser, zustande. Diese Konzilien und der Kaiser trafen die grundlegenden Entscheidungen des Christentums, die in Folge die ganze weitere Geschichte und den Glauben der Menschheit beeinflusst haben. Sie wählten aus, welche überlieferten Bücher und Inhalte in die Bibel aufgenommen wurden – und welche nicht. So wurden viele überlieferte Berichte und Lehren (auch die von Jesus) gestrichen, falls sie den jeweiligen Machtinteressen dieser Zeit nicht dienlich waren.

Die Lehre der Kirche: Angst statt Liebe
Eine Schlüsselszene im Film „Name der Rose“ verdeutlicht dies: William von Baskerville (Sean Connery) fragt den blinden Abt: „Ich will das griechische Buch von dem ihr sagt, dass es nie geschrieben wurde! Ein Buch, das sich ausschließlich mit der Komödie beschäftigt, die ihr ebenso hasst wie das Lachen. Warum ist gerade dieses Buch so gefährlich? Was ist so beunruhigend daran, wenn Menschen lachen?“ Der Abt antwortete: „Lachen tötet die Furcht und ohne Furcht kann es keinen Glauben geben. Wer keine Furcht vor dem Teufel hat, der braucht auch keinen Gott mehr!“.

Aus diesem Grund hat die Kirche bewusst die Angst der Menschen geschürt. Vor allem mittels der Irrlehre über die Sünde und einer daraus resultierenden Strafe. Der Irrglaube an die Existenz von "Sünde" ist die Hauptursache für Angst und Leid in unserer Welt (siehe -> Sünde). Die Kirche der damaligen Zeit hat die Lehre Jesus in das genaue Gegenteil verkehrt: Jesus Thema, der Inhalt seiner ursprünglichen Lehren, waren nie Angst, Sünde oder Strafe, sondern Liebe und Vergebung. Das, was die Kirche bis heute lehrt, ist eine Korrumpierung der ursprünglichen Lehre Jesu.

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