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Verstand

So lange unser Verstand unser Leben beherrscht, ist freier Wille, unsere Wahlfreiheit, nur eine Illusion.

Unser Verstand gibt immer einen Kommentar - das können wir nicht ändern. Aber wir können und dieses Vorgangs bewusst werden. Zu sehen, ist Freiheit. Ohne Selbliebe, Mitgefühl mit unseren ungeeliebten Anteilen gibt es keinen Fortschritt!
Ohne Kampf und Leiden hätte der Verstand keine Aufgabe.

Müsstest in jeder Situation jedes Geräusch, jede Farbe, jedes Bild, jeden Geruch immer neu einordnen. Damit wäre unser Verstand restlos überfordert. Wir könnten diese Sinneseindrücke nicht in jeder Sekunde neu verarbeiten. Unmöglich. Daher hat dein Verstand gelernt, Schubladen zu bilden. Schubladendenken ist für die meisten ein negativer Terminus. Die Schubladen, die ich meine, sind insbesondere sehr sinnvoll.


Der Verstand ist essenziell männlich. Der Verstand leistet Wiederstand, kämpft um Kontrolle, benutzt, manipuliert,
greift an, versucht zu begreifen und festzuhalten und so weiter. Deshalb ist der tradtionalle Gott eine
patriarchalische, kontrollierende Autoritätsfigur, ein Mann, der häufig ärgerlich ist und vor dem wir uns fürchten
sollen, wie es das alte Testament nahelegt. Dieser Gott ist eine Projektion des menschlichen Verstandes.

Um jenseits des Verstandes zu gehen und die Verbindung mit der tieferen Wahrheit des Seins wiederzuerlangen,
brauchen wir völlig andere Qualitätn: Hingabe, Urteilsfreiheit, eine Offenheit, die dem Leben Erlaubnis zu sein gibt
anstatt es zu hindern, die Fähigkeit, alle Dinge in der liebevollen Umarmung unserer Einsicht zu halten. All diese
Eigenschaften sind dem weblichen Prinzip nahe. Wo Verstandesenergie hart uns starr ist, da ist die Seins-Energie
weich, nachgiebig und trotzdem wetaus mächtiger als der Verstand. Der Verstand regiert unsere Zivilisation, doch
das Sein trägt sie Verantwortung für alles Leben auf unserem Planeten und darüber hinaus. Sein ist die Intelligenz,
die als das physische Universum sichtbar und manifest wird. Obwohl Fauen ihm von ihren Anlagen her näher
stehen, ist es auch Männern in ihrem Inneren zugänglich.

Zur Zeit befinden sich die meisten Männer genau wie die meisten Frauen noch fest in den Klauen des Verstandes:
mit dem Denkerund dem Schmerzkörper identifiziert. Genaus das verhindert die Erleuchtung und das Erblühen der
Liebe. In der Regel ist der denkende Verstand das größte Hindernis für die Männer und der Schmerzkörper für die
Frauen.

So lange unser Verstand mit seinen konditionierten Mustern unser Leben beherrscht, solange wir unser Verstand
sind, welche Wahl haben wir da? Gar keine. Denn dann ist unser freier Wille, unsere Wahlfreiheit nur eine Illusion.
Wir sind nicht einmal da.
Ohne Kampf und Leiden hätte der Verstand keine Aufgabe.

Die 7 Wege des Verstands, Probleme zu erschaffen:

1) die Gegenstimme
Was immer du tust, es kommt auch die Gegenstimme, die es anders empfielt. Wenn du dies machst, sagt der
Verstand: du hättest es so machen sollen. Wenn du es anders machst, sagt er, du hättest es so machen sollen.
Dies schafft einen ständigen Konflikt. Nächstes Mal weißt su, dass er das sagen wird. Er wird immer das Gegenteil
sagen. Im Perfekten sieht er immer auch das unperfekte und umgekehrt.

2) die Beschuldigung
Warum und wer hat das gemacht - nicht was wirklich vor sich geht. Der Verstand braucht ein Objekt für
Diskssionen und Konflikte. Daher beschuldigt er die Politik, die Welt oder Gott, wenn er gerade nichts anderes hat.
Er findet immer einen Grund, jemanden für irgend etwas anzuklagen. Nicht mehr andere fürs eigene Leben
verantwortlich zu machen, ist der Beginn des neuen Zeitalters.

3) Fragen stellen
Fragen stellen wo es keine oder nur sehr schwerige Antworten gibt: Warum hat Got so eine Welt geschafen? Was
ist der Sinn meines Lebens? Warum passiert das ausgerechnet mir? Entstand unser niversum durch einen
Urknall? Wer schuf Gott? Dies sind Tricks um uns abzulenken von dem, was ist. Selbst wenn es eine Antwort auf
diese Fragen geben würden, so würden sie doch nur zu einer anderen Frage führen. Dies hält uns in Bewegung
und der Verstand bekommt eine tolle Rolle: Er muss nach Gott suchen, nach Antworten auf die angeblich
wesentliche Fragen des Lebens.

4) eigene Makel
Wenn der Verstand im Außen gerade keine Probleme findet, sucht er sich etwas in uns, was da angeblich nicht
hingehört. Warum bin ich so? Der Verstand findet Situationen, in denen wir uns selbst beschuldigen und uns selbst
ändern wollen.

5) Schubladen
Der Verstand möchte alles innerhalb eines Rahmens haben. Was außerhalb liegt, macht ihn unsicher. Er fühlt sich
wohl, wenn er Label vergeben, Menschen und Dinge in Schubladen packen kann. Ansonsten entsteht
Unsicherheit. Aber nichs kann immer gleich sein - das wäre auch langweilig. Ist es auch, wenn Menschen immer
gleich sind, das gleiche tun und gleich reagieren.

6) Vergangenheit und Zukunft
Der Verstand versucht, Dinge und Geschehnisse in eine Ideologie oder in ein Weltbild einzuordnen. Er kreiert
Visionen, die vage sind. Wir das anhalten? Wird das und das passieren? Dies versetzt uns in eine andere Welt und
bedeutet den Verlust des Augenblicks. Der Verstand kreiert Unsicherheit durch Gedanken, die sich mit der Zukunft
beschäftigen.

7) Die Erfüllung
Der Verstand will sich selbst erfüllen. Unsere Bedürfnisse wie Aufmerksamkeit, Liebe, Anerkenntnis usw. haben
ken Ende. Daher ist unser Verstand nie zufrieden und sucht immer nach MEHR. Er ist wie ein Eimer mit einem
Loch, es gibt immer ein Verlangen nach etwas und kein Genuss von dem, was gerade ist. Auch das Verlangen,
dass das Verlangen aufhört, ist Verlangen. Der WUNSCH danach ist allerdings etwas anderes.

Rund 90% unserer Aktivitäten richten sich auf solche unlösbaren inneren 'Probleme', für die wir nach Lösungen
suchen weil wir glauben, wenn ich das gelöst habe, bin ich glücklich.

Der Verstand unterscheidet uns von den Tieren. Ohne Verstand können wir in dieser Welt nicht funktionieren. Der
Verstand tut nichts, wenn es keinen Profit bringt. Wer erkennt, wie der Verstand alles verkompliziert, richtet seine
Aufmerksamkeit auf das wirkliche Leben.

Es gibt kein äußeres Paradies - nur ein Inneres.

Unser Verstand nimmt in der Regel immer eine beklagende Haltung gegenüber uns selbst ein. Gedanken wie: 'Du
hast nicht genug geschafft' zum Beispiel. Wir sind besessen von der Idee, uns selbst verbessern oder ändern zu
wollen und können in Folge nichts mehr wirklich genießen.

Alle Energie geht in den Verstand und es bleibt fast gar keine Energie mehr dafür übrig, das Leben zu genießen.
Der Verstand lässt uns glauen, erst wenn wir etwas bestimmtres erreicht haben, können wir das Leben genießen.
Zu erkennen, wie unser Verstand sich mit dieser Haltung in allen Bereichen unseres Lebens einmischt und unsere
Freude am Moment verdirbt, ist ein großer Schlüssel dafür, Genuß und Freude zu erfahren. Es gilt, diesen
Mechanismus zu erkennen der uns daran hindert, glücklich zu sein. Und die daraus resultierende Notwendigkeit,
uns selbst zu akzeptieren und zu lieben. Dies Bedarf der göttlichen Gnade und es kann nur geschehen, wenn wir
unseren eigenen Teil dazu tun.

Wir glauben, unser Verstand ist unser persönlicher Verstand, den wir kontrollieren könnten. In Wahrheit jedoch
'teilen' wir alle den gleichen Verstand. Die Unsicherheit eines Zimmermanns, eines Präsidenten oder eines Kindes
z.B. ist gleich - sie drückt sich nu anders aus. Aber die Erfahrung ist die gleiche. Verlustängst gibt es z.B. schon
seit der Steinzeit - die Erfahrung ist immer die gleiche.

Der gleiche Verstand fließt durch uns alle duch, kommt und geht und er fragt nicht um Erlaubnis. Wie könten wir
dagegen kämpfen? Dieser Verstand ist so alt wie die Menscheit - viel älter als unsere Persönlichkeit. Wenn den
Gedankenstrom des Verstandes zum Stillstand bekommen wollen wäre dies so, als wenn wir versuchen würden,
mit einem Eimer einen großen Fluss, der vom Meer gespeist wird, trocken zu legen. Es mag uns z.B. durch tiefe
Meditation gelingen, für kurze Zeit frei von Gedanken zu werden, dauerhaft ist dies aber nicht möglich.

Die Natur des Tigers ist es, andere Tiere zu fressen und wild zu sein. So ist es die Natur des Verstandes, Ideale
und Urteile zu produzieren. Sein Trick ist zu sagen: 'Das sollte nicht sein!' Und schon rennen wir los - dies ist die
Geschichte der Menschheit.

Einer der Hauptaufgaben des Verstandes ist es, diese oft unangenehmen, manchmal auch schmerzvollen
Energien (Emotionen) in unserem Körper zu bekämpfen oder zu beseitgen. Das ist einer der Gründe für seine
unablässige Aktivität, sein unablässigen Gedankenstrom. Was er damit erreicht, ist jedoch lediglich eine
kurzzeitige Ablenkug. Die inneren Energien lassen sich durch äußere Aktivitäten wie das denken nicht loswerden.
Sie suchen in unserem Inneren nach Erlösung. Aber unsere Erlösung lässt sich nicht erreichen, wenn wir uns
ständig im Außen ablenken. Ebenso wenig lassen sich unsere Emotionen erlösen, indem ihre Signale durch den
ständigen Gedankenstrom unseres Verstandes überlagert werden. Nur, wenn wir Innehalten und bereit sind,
genau wahr zu nehmen, was geschieht, können wir ins Sein eintauchen und eine Welt kennen lernen, die
unvergleichlich friedvoller, schöner und erfüllender ist als die uns wohlbekannte laute und hektische
Verstandeswelt.

Im erleuchteten Zustand wirst du den denkenden Verstand immer noch benutzen wenn nötig, aber auf konzentrierte und effektivere Weise als vorher, hautsächlich für praktische Zwecke.

Der Verstand ist grundsätzlich eine Überlebensmaschinerie. Er ist gut in Angriff und Verteidigung gegenüber einem anderen Verstand, im Sammeln, Speichern und im Analysieren von Informationen. Aber er ist absolut NICHT SCHÖPFERISCH. Kreativität entsteht in einem Zustand von No-Mind, von innerer Stille. Der Verstand gibt den kreativen Impulsen oder Erkenntnissen dann eine Form.

Wenn wir gegenwärtig sind, können wir dem Verstand erlauben, so zu sein, wie er ist. Der Verstand an sich ist nicht gestört. Er ist ein wunderbares Werkzeug. Die Störung beginnt erst, wenn wir unser Selbst in ihm suchen und ihn fälschlicherweise für das halten, was wir sind. Dann wird er zum Ego-Verstand und übernimmt die Macht über unser ganzes Leben.

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Hinweis: Meine Texte basieren auf keiner bestimmten Lehre. Sie spiegeln mein jeweiliges Verständnis und Bewusstsein zum Zeitpunkt ihrer Entstehung wider. Artikel erstellt: 05.05.2019 * Letzte Änderung: 29.12.2022.


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