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17 Praxis und Übungen

Der Lichtschalter in deinem Kopf

Es gibt nicht den einen Weg, der für alle gleichermaßen passend wäre, denn jeder Mensch steht an einem anderen Punkt seiner Entwicklung. Daher braucht es einen individuellen Plan für dein Erwachen.

Und das Gute ist: Ein solcher Plan existiert! Und es gibt eine „Instanz“, die dir helfen kann, ihn umzusetzen. Dies ist aus meiner Sicht der wichtigste und entscheidende Hinweis, wenn du die auf Angst basierende Denkwelt deines Egos verlassen willst:

Bitte den reinen Geist, deine Irrtümer zu berichtigen!

Er ist Teil deines Geistes. Bitte ihn bei jeder nur denkbaren Gelegenheit darum, dir seine liebevolle Sicht auf die Welt zu zeigen. Lasse ihn die Irrtümer in deinem Denken schrittweise korrigieren:

* bei jedem Urteil

* bei jeder wichtigen Entscheidung

* bei jedem Blick auf die Geschehnisse um dich herum

* bei allem, was dir „negativ“ auffällt

Wenn Gedanken von Ärger, Wut, Angst oder Sorge in dir aufsteigen, bitte den reinen Geist, dir seine Sicht darauf zu zeigen. Er versteht, wie du gerade denkst und fühlst, und offenbart dir liebevoll einen umfassenderen Blick – aus der Perspektive der Liebe.

Wenn du diesen „geistigen Lehrer“, der ein Teil von dir ist, anerkennst und ihn zum wichtigsten Ratgeber machst, wirst du die größten Fortschritte auf deinem Weg machen.

Das ist entscheidend, weil du dein Ego nicht aus eigener Kraft überwinden kannst. Viele deiner Überzeugungen und Irrtümer liegen tief im Unterbewusstsein verborgen. Sie können weder von dir direkt erkannt noch mit deinen eigenen Mitteln aufgelöst werden. Daher verändern die meisten Methoden und Ansätze auch kaum etwas, weil die zugrundeliegenden, verborgenen Glaubenssätze in dir nicht erkannt und verändert werden.

Positives Denken, Affirmationen, Ich-Bin Botschaften, Übungen, um im Jetzt zu bleiben, der Versuch, negative Gedanken zu ignorieren oder zu meditieren, spirituelle Videos anzusehen oder Bücher weiser Menschen zu lesen (dieses hier eingeschlossen): All das kann zu Aha-Erlebnissen, Hoffnung und einem kurzen Aufflackern positiver Veränderungen führen. Doch nur, um dann wenig später zu entdecken, dass du wieder in deine alten Muster gefallen bist, weil die Basis, die Grundannahmen in der Tiefe deiner Gedankenwelt, nicht verändert wurden.

Darum erleben viele, dass sie trotz aller Mühe immer wieder in alte Muster zurückfallen. Darum braucht es die Hinwendung an den reinen Geist, denn nur er erkennt, welche deiner tiefen Muster geheilt werden müssen, damit du die Welt der Illusionen hinter dir lässt und deine wahre Identität als Geist erkennst.

Das geht nicht von einem Tag auf den anderen. Hierfür braucht es deine Konzentration, Übung, Beharrlichkeit und Aufmerksamkeit. Doch wenn es wirklich dein Wille ist, aus dem Traum deines Egos zu erwachen, wirst du dir diese Zeit nehmen.

Was könnte wichtiger sein als dies? Welche irdischen Verlockungen wären bedeutender, als dich jetzt auf den Weg zu machen, um in eine Welt dauerhafter Freude, innerer Kraft, ewigen Lebens und tiefen Friedens zu gelangen? In die wirkliche Welt, die dein wahres Zuhause ist. Du hast dies nur vergessen, als du hierhergekommen bist.

Bitte — und dir wird gegeben!

Dies ist ein wichtiger Grundsatz. Denn die anderen Teile des Geistes, die nicht inkarniert sind und im Bewusstsein der Einheit in der geistigen Welt existieren, nicht eingreifen und helfen dürfen. Und zwar so lange nicht, bis du sie ausdrücklich darum bittest. Ohne deinen ausdrücklichen Wunsch nach Hilfe wäre jeder Eingriff in dein Leben ein Verstoß gegen das Gebot des freien Willens. Deshalb bitte den reinen Geist jeden Tag um seine Hilfe. Dann darf er dir antworten.

Geist ist blitzschnell. Wenn du nach einer Frage nicht innerhalb von ein bis zwei Sekunden eine Eingebung erhältst, stammt sie wahrscheinlich nicht mehr vom reinen Geist, sondern aus deinem Ego. Denn dein Ego mischt sich gerne ein, um sich nicht „die Wurst vom Brot“ nehmen zu lassen. Es möchte, dass du auf deinen Ego-Verstand hörst, auf die Ego-Stimme. Und nicht auf irgendetwas anderes.

Zusammenfassung: Heilende Gedanken und Übungen

Wenn du neue, segensreiche Gedanken in deinem Bewusstsein manifestieren willst, wirst du nicht umhinkommen, sie häufiger zu wiederholen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sie schnell wieder aus deinem Fokus geraten und du in dein gewohntes Denken auf Grundlage deines Egos verfällst.

Neue Ideen und Gedanken müssen so lange wiederholt werden, bis sie tief genug in dein Bewusstsein eingesickert sind, sodass du sie jederzeit abrufen kannst und sie Teil deiner Gedankenwelt geworden sind.

Daher folgt hier eine Aufzählung der aus meiner Sicht wichtigsten praktischen Übungen für die Bewusstseinsentwicklung.

  • Beobachte deine Gedanken. Nimm so oft du kannst wahr, woran du gerade denkst. Geht es um die Vergangenheit oder um die Zukunft? Erinnere dich daran, dass der gegenwärtige Augenblick der einzige Moment ist, in dem du lebst, in dem du wahrnehmen, reagieren und handeln kannst. Daher ist JETZT immer der wichtigste Augenblick deines Lebens.
  • Urteile nicht. Durch jedes deiner Urteile schneidest du dich von der Liebe und der Einheit ab. Urteil separiert und trennt. Das ist nicht Liebe, sondern Ego. Egal, ob dein Urteil über dich selbst, über andere oder über eine Situation „positiv“ oder „negativ“ ist. Solange du noch nicht in der Welt des reinen Geistes erwacht bist, siehst du nur die individuellen Interpretationen und Illusionen deines Egos. Der reine Geist urteilt nie. Denn nur so lassen sich die Liebe und die Ganzheit, die hinter allem existiert, erkennen.
  • Erkenne Gedanken in Bezug auf „Schuld“! Schuld ist eine mögliche Folge von Urteilen. „Ich bin schuld!“ „Du bist schuld!“ „Das Wetter ist schuld.“ Jede Form von Schuld macht dich entweder zum Täter oder zum Opfer. Diese Illusionen schwächen dich und machen dich unfrei, denn sie verstricken Täter und Opfer miteinander. Befreie dich selbst und alle vermeintlichen Täter, indem du vergibst. Da Schuld ohnehin nur eine Illusion in den Gedanken eines Egos ist, vergibst du im Grunde immer nur dir selbst, dass du an die Illusion von Schuld geglaubt hast. Unschuldig zu sein, bedeutet, ohne Urteil, Schuld– oder Angriffsgedanken zu sein. Das ist deine wahre Natur und die von allen anderen – auch wenn du sie zum jetzigen Zeitpunkt weiterhin nicht als solche erkennen kannst.
  • Nutze die Stille! Nichts bringt dich dem reinen Geist in dir so nah wie Stille. In der Stille kannst du dein wahres Wesen am leichtesten wahrnehmen. Dort kannst du die pure Freude am Sein finden. Da warten Ruhe und Frieden auf dich. Da ist Sanftheit und Schönheit. Da ist Offenheit und grenzenlose Freiheit. Da kannst du erkennen: Du bist hier und du bist dort. Du bist weder an Raum noch an Zeit gebunden. In der Stille kannst du das „Wir“-Gefühl spüren. Eine Verbundenheit mit allem, was ist: die Einheit.
  • Gib, was du empfangen möchtest! Die meisten Menschen suchen ständig nach Liebe, Anerkennung und Wohlstand – geben selbst jedoch nichts. Das liegt am Ego: Es sucht seine Erfüllung im HABEN, weil es glaubt, sich von der Fülle getrennt zu haben. Sobald es erkennt, dass es selbst Teil der Fülle ist, öffnet es sich für das GEBEN.

Der reine Geist ist Liebe. Und Liebe will GEBEN. Liebe erfüllt sich im GEBEN. Der Kreislauf der Liebe beginnt immer mit dem Geben. Du kannst nur etwas geben, das du bereits hast. Wenn keine Liebe in deinen Gedanken ist, kannst du anderen auch keine Liebe schenken. Wenn in deinen Gedanken Krieg herrscht, kannst du anderen keinen Frieden bringen. Wenn es in dir keine Freude gibt, kannst du sie auch nicht mit anderen teilen.

Dabei ist eines der größten spirituellen Geheimnisse: Geben und Empfangen ist in Wahrheit dasselbe. Gedanken, die du anderen gibst, dehnen sich aus, verstärken und vermehren sich. Das Prinzip des Geistes ist Ausdehnung – siehe die Analogie zum sich ausdehnenden Universum. Indem ich Liebe schenke, vermehrt sie sich. In dir und gleichzeitig in mir. Wir sind in Wahrheit eins, da es nur EINEN GEIST gibt. Aus dieser Perspektive betrachtet schenke ich die Liebe immer nur mir selbst.

Manchmal nehme ich wahr, was mein Geschenk der Liebe bei dir bewirkt. Das verstärkt die Liebe in mir. Und dies, obwohl ich meine Liebe an dich zuvor bedingungslos verschenkt habe. Dennoch wächst sie, weil ich sie mit dir geteilt habe.

Und das Gleiche gilt für Gedanken, die Frieden stiften. Oder Freude. Oder Gedanken, die dich aus dem Gefängnis des Egos hin in deine wahre Größe und Freiheit führen. Man könnte all dies auch als LICHT zusammenfassen. Licht im spirituellen Sinne ist das Symbol für Liebe, Information und göttliche Wahrheit. Dein Licht wächst, wenn du es mit anderen teilst. Warum also möchtest du es zurückhalten? Warum hast du Angst, es zu zeigen oder mit anderen zu teilen? Wenn du diese Qualitäten in dir zum Erblühen bringen möchtest, weißt du jetzt, wie du das tun kannst: Teile sie mit anderen!

  • Achte auf die Schwingung der Menschen um dich herum. Nicht als Urteil, sondern als Wahrnehmung. Hohe Schwingungen werden durch Liebe erzeugt, niedere durch Angst. Die Höhe der Schwingung jedes Einzelnen bestimmt, welche „Frequenz“ von Gedanken er empfängt. Und sie beeinflusst, wie und was jemand denkt.

Es ist Selbstliebe, dich vor Menschen und Einflüssen mit niedriger Schwingung zu schützen, damit du selbst nicht „heruntergezogen“ wirst. Achte stets auf deine eigene, möglichst hohe Schwingung. Betrachte sie wie einen Goldschatz. Beobachte, welche Gedanken deine Schwingung herunterziehen (Angst, Sorgen, destruktive Gedanken an die Vergangenheit oder Zukunft). Rufe den reinen Geist an und bitte ihn um Korrektur deiner Gedanken. Je höher deine Schwingung ist, desto stärker leuchtet dein Licht.

  • Erkenne, dass alles ein Ausdruck von GEIST ist.

Blicke hinter die Erscheinungsformen von Materie und das äußere Erscheinungsbild von Menschen. Lerne, Form und Inhalt zu unterscheiden. Richte deinen Blick auf die geistige Botschaft oder Idee, die die Form, auf die du schaust, ausdrückt. Welche geistige Idee drückt sich darin aus?

  • Deute alles, was du siehst, als Projektion deines Geistes.

Du erkennst in anderen Hass, Ungerechtigkeit, Neid oder Missgunst? Du kannst sie in anderen nur wahrnehmen, weil sie auch in dir selbst vorhanden sind. Du projizierst sie nach außen, weil du sie in dir nicht anerkennen willst. Nie sind andere das Problem. Es ist immer deine Sichtweise.

Dein Irrtum ist, dass die unerwünschten Dinge bei anderen oder in äußeren Umständen liegen würden. Tatsächlich liegen sie in deinem Geist, in deinen Gedanken. Anerkennung („Das ist auch in mir!“) und Vergebung („Es gibt keine Schuld!“) sind die Schlüssel, die dich hier zu innerem Frieden führen könnten.

  • Langeweile ist eine Einladung zur Bewusstwerdung.

Das Ego findet Zustände von Stille oder einfachem „Sein“ oft langweilig, denn es will immer etwas denken oder etwas tun. Das Ego will Action, Aufregung, Abenteuer, Unterhaltung und etwas „draußen in der Welt“ erleben. Oder, falls das gerade nicht geht, zumindest etwas planen, das man dann später machen will (Zukunft). Das Ego möchte dich ablenken und dich an die Verlockungen der äußeren Welt binden. Daher erscheinen dir äußere Dinge und Vorhaben eine Zeit lang auch verlockend. Dein Ego suggeriert es dir so, damit du deinen Blick nicht nach innen, sondern nach außen richtest.

Am Ende enttäuschen dich alle äußeren Verlockungen. Mit wachsender Lebenserfahrung wirst du dies immer deutlicher erkennen.

Stille, Friede und Freude am Sein – das klingt für das Ego furchtbar langweilig. Aber eben nur fürs Ego. Langeweile beruht auf der Idee von Mangel. Einen Mangel an Aufregung, Inspiration, Antrieb, Ideen, Einfällen oder Lust, etwas Bestimmtes zu tun.

Langeweile ist jedoch ein Zustand, den nur der unerwachte Geist kennt. Denn hinter dem Gefühl, etwas sei langweilig, steckt immer eine fehlende Bewusstheit für den reinen Geist. Denn dem ist nie langweilig!

Es gibt immer und in jedem Augenblick etwas wahrzunehmen und zu erkennen. Sei es in den eigenen Gedanken, im Körper oder in symbolischen Formen im Außen. Es geht nur darum, wahrzunehmen, was ist. Der erwachte Geist ist sich dieser Wahrheit bewusst:

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