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15 Gott ist anders, als du denkst

Der Lichtschalter in deinem Kopf

Bisher habe ich den Chef außen vorgelassen. Der Grund ist, dass der Begriff „Gott“ und die damit verbundenen Vorstellungen sehr kontrovers sind. Rund die Hälfte der Menschen in Europa glaubt an Gott, die andere Hälfte glaubt nicht an einen Gott. Doch an WELCHEN Gott glaubt man denn – und an welchen nicht? An den Gott, so wie er im Alten Testament der Bibel beschrieben wird? Dort gibt es Passagen, in denen Gott als strafend, eifersüchtig, urteilend und gewalttätig beschrieben wird. Im Neuen Testament wird Gott ganz anders dargestellt, nämlich überwiegend als liebevolle Vaterfigur.

Die Menschheit ist in Bezug auf ihren Glauben an Gott vollkommen zersplittert. Wusstest du, dass es auf der Welt rund 20 000–40 000 verschiedene eigenständige kirchliche Richtungen oder Gemeinschaften innerhalb des Christentums gibt? Und jede von ihnen interpretiert Gott in Bezug auf seine Lehren und eine daraus abgeleitete Praxis ein wenig anders. Und dann sind da noch die ganzen unterschiedlichen Vorstellungen von Gott in den großen Religionen wie beispielsweise dem Islam oder dem Judentum.

Was Gott angeht, herrscht also ein ziemliches Durcheinander. Und ich behaupte: Genau dies ist in unserer Welt so gewollt. Denn aufgrund der Zerstrittenheit bezüglich der Glaubensvorstellungen wissen viele Menschen überhaupt nicht mehr, woran sie glauben sollen und welche der vielen Interpretationen von Gott denn nun wahr sind und welche nicht. Da halten sich viele dann lieber ganz raus. Und damit auch aus der Frage, wie Leben überhaupt entstanden ist. Und noch wichtiger: Wie WIR überhaupt entstanden sind!

So gibt es einerseits Menschen, die daran glauben, dass Gott uns erschaffen hat. Und andere betrachten die Entwicklung des Lebens auf Grundlage von naturwissenschaftlichen Erklärungsmodellen, insbesondere der darwin’schen Evolutionstheorie.

Der Mensch – Schöpfung oder Evolution?

Die zentrale Idee der Evolutionstheorie ist, dass sich die biologische Evolution von Arten durch Variation und natürliche Selektion verändert. Dabei ist die Evolutionstheorie rein auf Körper und Genetik beschränkt. Sie bietet keine Erklärungen für den Anfang allen Lebens. Und auch keine Erklärungen zur Existenz von Bewusstsein oder Geist.

Wenn wir einmal nur den biologischen, menschlichen Körper betrachten, hier eine Analogie: Wie groß müsste der Zufall sein, damit 100 vom Himmel fallende Baumstämme so auf dem Boden auftreffen, dass sie ein Blockhaus bilden? Wenn das Entstehen eines Blockhauses schon so extrem unwahrscheinlich ist – wie ist das beim Menschen? Unser Körper ist unendlich viel komplizierter in seinem Aufbau als ein Blockhaus. Jede Einzelne der rund 30–37 Billionen Zellen unseres Körpers enthält Informationen, die rund eintausend Bücher à jeweils 600 Seiten füllen würden. Allein die DNA–Informationen einer einzigen Zelle entsprechen einem Umfang von rund 1,6 Gigabyte. In jedem menschlichen Körper sind demnach rund 59 Trillionen Gigabyte allein an DNA–Informationen gespeichert. Das ist eine unglaubliche Informationsmenge! Dass sich all dies so zusammengesetzt hat und unser Körper in dieser wunderbaren Weise funktioniert – das soll Zufall oder eine organische Evolution sein? Welche Intelligenz steuert dann diese unglaublich komplexe Evolution?

Ist es nicht recht offensichtlich, dass hier eine Intelligenz am Werk sein muss, die unermesslich viel größer sein muss als unser irdischer Verstand?

Wie ist Geist entstanden?

Was sind wir denn eigentlich? Körper? Ego? Geist? Seele? Alles zusammen? Deine Antwort auf diese Frage entscheidet darüber, welche Ideen zu deinem Ursprung und deinem wahren Wesen du akzeptieren kannst und welche nicht. Ich habe schon mehrfach darauf hingewiesen, dass unser wahres Wesen nicht aus einem Körper besteht, sondern reiner Geist ist. Wie aber ist Geist entstanden? Und was genau ist eine Seele? Könnten sie sich aus sich selbst heraus entwickelt haben? Was war der Ursprung? Was ist UNSER Ursprung?

Solange du keine EIGENEN ERFAHRUNGEN mit dem Zustand des reinen Geistes und der Einheit gemacht hast, ist jede Vorstellung davon lediglich Spekulation und eine Idee. Eine Vorstellung, ein Glaube. Und solange wir in einer Ego–Welt von Trennung, Angst und Aufspaltung leben, hat jeder von uns eine etwas andere Vorstellung in Bezug auf das Wesen Gottes.

Und hier kommt jetzt auch noch MEINE Version der Geschichte hinzu! Sie beruht auf den Informationen, die ich bis heute dazu erhalten habe.

Was offensichtlich ist: Gott ist Geist und kein Körper. In der Bibel heißt es: „Gott erschuf einen Sohn nach seinem Ebenbild.“ Zwei Dinge sind hier auffällig: 1. Er erschuf nur EINEN Sohn. Nicht mehrere? 2. Warum der Begriff SOHN und nicht auch Tochter?

Was die Verwendung des Begriffs „Sohn“ angeht, müssen wir uns in die Zeit des Alten Testaments zurückversetzen. Denn „Sohn“ ist ein Synonym für die damalige Vorstellungswelt. Diese Bezeichnung soll die Analogie vermitteln, dass der Vater einen Sohn zeugt. Und der Sohn daher vom Vater stammt. Aber warum 'Sohn' und nicht auch 'Tochter'? Dies ist der biblischen, patriarchalischen Zeit geschuldet, in der Männer meist im Mittelpunkt aller Gleichnisse, Erzählungen und Überlegungen standen. Der Begriff 'Sohn' hat also nichts mit dem Geschlecht zu tun, sondern mit der Idee, dass der Sohn vom Vater gezeugt bzw. erschaffen wurde. Heute würden wir diese gleiche Idee vielleicht eher so ausdrücken, dass durch die Vereinigung der Eltern (Vater + Mutter) neues Leben (Kind) entsteht. Aber dieser Idee hinkt, weil Vater und Mutter zwei sind, während Gott seinen Sohn aus sich selbst erschuf. Dies aber nur am Rande. Weiter in der Geschichte:

Der göttliche Vater hat seinem Sohn als Ausdehnung seines Selbst all seine eigenen Eigenschaften gegeben. Und existiert mit seinem Sohn ewig verbunden in Einheit.

Gott ist Geist. Was er erschafft, ist ebenfalls geistig. Sein SOHN ist, wie Gott selbst, also ebenfalls Geist. Geist ist, was denkt. Was Gedanken erschafft. Schöpfung ist immer geistig. Dies beinhaltet ganze Gedankengebäude, Ideen, Vorstellungen, Konzepte, geistige Welten. Alles, was ist, entsteht immer zuerst im Geist.

Und jetzt kommt die Überraschung: NUR DORT! Wenn Gott und sein Sohn Geist sind und nur auf rein geistiger Ebene existieren – was ist dann mit uns Menschen und der materiellen Welt, in der wir leben? Wie sind die entstanden?

Die Antwort, die ich dir gleich dazu gebe, mag dir ungewöhnlich erscheinen. Aber sie ist wahr und du wirst sie eines Tages selbst erkennen:

Die Welt, in der wir zu leben scheinen, ist eine Illusion.

Zeit und Raum sind Illusionen.

In unserem Alltag und in den Naturwissenschaften verhalten sich Raum und Zeit stabil und sind messbar. Doch aus spiritueller Sicht erscheinen Zeit, Raum und Materie relativ und vergänglich. Die Unwirklichkeit von Zeit und Raum ist eine Erkenntnis des Geistes – keine naturwissenschaftliche Aussage. Aus der spirituellen Perspektive des Geistes gibt es keine Materie, sie ist nicht real. Wir sind, waren und werden immer nur Geist innerhalb der Einheit sein. Ewig, unsterblich, unverletzbar. Wenn es „Einheit“ gibt, kann es nichts außerhalb von ihr geben, weil dann die Einheit keine Einheit mehr wäre. Und da es nichts außerhalb der Einheit geben kann, die definitionsgemäß rein geistiger Natur ist, gibt es auch keine Materie.

Wie lässt sich das behaupten, obwohl die Dinge dieser Welt doch anfassbar sind und Substanz zu haben scheinen? Unsere Wahrnehmungen bestätigen uns doch, dass es heiß und kalt gibt! Wir empfinden Schmerz, wenn wir uns an materiellen Gegenständen verletzen. Oder wenn Teile unseres Körpers erkranken. Es gibt doch ganz offensichtlich ein ICH und ein DU! Und die sind separat und unterscheiden sich voneinander.

Sie sind nicht dasselbe: Sowohl im Aussehen als auch im Denken unterschieden wir uns. Ich habe MEINE Geschichte und Vergangenheit, du die DEINE. Ich weiß über bestimmte Dinge Bescheid, du über andere. Was wir wahrnehmen, ist unterschiedlich und differenziert. Wir unterscheiden alles durch seine einzelnen Teile und Merkmale, anhand derer man es voneinander separieren kann. Das alles ist unsere Realität. Nichts daran lässt uns an dieser Wirklichkeit und Wahrheit der „einzelnen, voneinander getrennten Teile“ zweifeln.

Und doch werde ich dir hier eine andere Geschichte erzählen. Denn wir sind dieser „Sohn“, den Gott einst erschaffen hat. Hier, in dieser Welt, nehmen wir uns getrennt von Gott wahr. Abgetrennt von der Einheit. In einem materiellen, menschlichen Körper. Jeder von uns scheint seinen eigenen Geist zu haben, denn jeder von uns denkt scheinbar etwas anderes. Sicher, es gibt auch Überschneidungen. Es gibt Gedanken, die wir mit vielen anderen teilen, die ähnlich oder sogar gleich zu sein scheinen. Und doch haben wir den Eindruck, unsere eigenen, persönlichen Gedanken zu denken. Überhaupt glauben, wir, WIR denken, unabhängig und individuell. Doch werde ich dir zeigen, dass dies nur eine Illusion ist.

Wie kamen wir überhaupt in diese Situation? In eine Welt des scheinbaren Individualismus und der Materie?

Die Geschichte vom Paradies

Jeder kennt die Geschichte von Adam und Eva, der Frucht vom verbotenen Baum und der Vertreibung aus dem Paradies. Um die Geschichte zu verstehen, muss man, wie bei allen biblischen Geschichten, das Bewusstsein und die Sprache der damaligen Zeit berücksichtigen, in deren Verständnis die Bibel verfasst und Geschichten, Metaphern und Symbole weitergegeben wurden.

Zunächst: Gott verbietet nichts und er hat niemanden aus dem „Paradies“ vertrieben. Das Paradies steht symbolisch für die Einheit. Die Geschichte hat einen wahren Kern, darauf komme ich gleich. Zunächst aber mehr zum „Paradies“ und der Einheit.

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