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11 Entdecke deine wahre Natur

Der Lichtschalter in deinem Kopf

Natürlich können wir Geist nicht sehen, er ist nicht greifbar und nicht messbar. Wohl aber seine Auswirkungen, denn Geist ist das, was uns denken lässt. Wenn wir denken, benutzen wir dafür den Geist.

Der reine Geist existiert außerhalb der Zeit. Stelle dir alle Ereignisse in der Vergangenheit und Zukunft zusammengezogen auf einem einzigen, winzigen Punkt vor. Und jetzt auch allen Raum, das gesamte Universum, zusammengezogen auf den gleichen, winzigen Punkt. Reiner Geist kann in diesem winzigen Punkt reisen, wie er möchte. Im Geiste kann er jede Situation und jeden Ort und jede Zeit in diesem winzigen Punkt, der alles enthält, „vergrößern“ und sie sich anschauen.

Da Geist weder an Zeit noch an Raum gebunden ist, ist er hier und er ist da – im selben Moment. Entfernungen spielen für ihn keine Rolle. Er ist in dir und er ist gleichzeitig in mir. Wir beide SIND Geist. Ebenso wie alles andere, was lebendig ist.

Das Bild, mit dem ich den reinen Geist zu beschreiben versuche, mag nicht perfekt sein. Aber vielleicht gibt es dir eine Ahnung davon. Denn aus menschlicher Sicht können wir uns diese Ebene der Wirklichkeit kaum vorstellen. Wir erfahren sie aber, sobald wir unsere Identität mit dem reinen Geist wiederhergestellt haben und uns daran erinnern.

Unser Gehirn ist die Schnittstelle, die die Gedanken und Ideen des Geistes in unsere irdische Welt übersetzt und für unser menschliches Bewusstsein erfahrbar und nutzbar macht. Unser Bewusstsein ist die Fähigkeit, die Tätigkeit des Geistes wahrzunehmen.

Die Funktion des Geistes ist, zu erschaffen. Er erschafft Gedanken, Ideen, Vorstellungen, Konzepte und Visionen. Je nach Entwicklung und Ausrichtung unseres Bewusstseins bekommen wir einen bestimmten Teil dieser Gedanken mit. Dann meinen wir, WIR haben uns dieses oder jenes ausgedacht. WIR sind auf die Idee gekommen. WIR haben diese oder jene Vision entwickelt.

Das ist eine Illusion unseres Egos und sie beruht auf mangelndem Verständnis für die geistige Wirklichkeit.

Geist ist ständig in Tätigkeit. Du merkst dies an dem ständigen Fluss von Gedanken, die dein Bewusstsein wahrnimmt. Ohne die Fähigkeit, diesen Gedankenstrom bewusst oder unbewusst kontrollieren zu können, würdest du augenblicklich wahnsinnig werden und „den Verstand verlieren“. Das ist so, weil die Summe aller Gedanken, die im Geist existieren, die Aufnahmekapazität des menschlichen Bewusstseins um einen Faktor überschreitet, den wir uns nicht vorstellen können.

Unser menschliches Bewusstsein kann daher immer nur winzige Teile von Geist verarbeiten. Würde es diesen „Bottleneck“, diese Beschränkung, nicht geben, wäre es in etwa so, als würdest du an die Glühbirne einer Taschenlampe 400 Volt Starkstrom anschließen: Es würde „Puff!“ machen und das menschliche Bewusstsein würde augenblicklich durchbrennen. Damit es bei dir nicht „Puff!“ macht, ist dein Bewusstsein begrenzt. Aber ein Bewusstsein kann innerhalb bestimmter Grenzen weit oder auch eng sein – und es gibt unendlich viele Grade dazwischen.

Wenn der Entwicklungsstand eines Bewusstseins niedrig ist, ist sich der Mensch der Existenz von Geist nicht bewusst. Dann meint er, alles käme von ihm selbst. „ICH habe das erreicht! ICH habe das erschaffen! ICH habe mir dies erarbeitet!“ Das ist das „kleine ICH“, das Ego, das die Wirklichkeit nicht versteht – und zumeist auch gar nicht verstehen will, denn die Vorstellung, dass ICH allein diese großartigen Leistungen vollbracht habe, ist für das Ego sehr attraktiv.

Wenn sich das Bewusstsein weiterentwickelt und ausdehnt, erkennt es die Realität eines höheren oder „reinen Geistes“. Jetzt kann erkannt werden, dass Wissen, Gedanken und Ideen gar nicht von „mir“ kommen – sondern ich sie lediglich empfange. So wie ein Radio einen Radiosender empfängt. Dieser Gedanke kann ein ziemlicher Schock und eine große Herausforderung für das Ego sein. Denn dies als wahr anzuerkennen, bedeutet für das Ego, kleiner zu werden und an Bedeutung zu verlieren.

„Wie jetzt – das, was ich erreicht habe, ist gar nicht MEIN WERK?“ Diese Idee schmeckt dem Ego ganz und gar nicht. Zudem bekommt es Angst, künftig an Macht und Einfluss zu verlieren. Und so ist es auch, wenn die Wahrheit erkannt wird.

Mit diesen Gedanken beginnt auch das Verständnis für Demut. Demut, wie ich sie hier definiere, hat nicht mit Unterwerfung oder Schwäche zu tun. Sondern sie ermöglicht ganz im Gegenteil, die eigene, Größe und Macht zu erkennen. Diese liegt nicht im Ego, sondern im Geist.

Solange ich mit meinem kleinen Ego identifiziert bin, habe ich keinen Zugriff auf diese Macht und deren Einflussmöglichkeiten. Dies ändert sich mit der bewussten Erkenntnis, dass ich ein Teil dieses großen Geistes BIN. Dass meine Gedanken und Ideen nicht von „mir“, sondern aus dem Geist kommen, von dem ich ein Teil bin. Solange ein Bewusstsein diese Ebene nicht erreicht hat, kann es sich die Dimension dessen, was dies bedeutet, nicht im Entferntesten vorstellen.

Die „Macht“ des Geistes besteht in der Fähigkeit, Gedanken und Ideen zu erschaffen. Das ist „Schöpfung“. Ein Begriff, den wir überwiegend aus der Religion kennen. Als  bewusster Teil des Geistes kann ich Ideen erschaffen. Diese Ideen, Visionen oder Vorstellungen materialisieren sich in der sichtbaren Welt.

Entweder sofort, wenn sie z. B. die eigene Sichtweise, Gefühle oder Gemütszustände betreffen, oder nach einer Weile als Gegenstand oder Umstand. Ich beschrieb bereits, wie die Idee eines Stuhls oder Autos im Kopf entsteht und sich diese Idee über mehrere Stufen hinweg entwickelt und materialisiert, bis man irgendwann ein fertiges Produkt vor sich hat. Geist ist blitzschnell, aber Materie ist träge.

Wir erschaffen ohnehin ständig auf diese Weise – allerdings zumeist unbewusst und mit dem niederen Geist unseres Egos. Diese Art von Schöpfung ist in ihrer Macht sehr begrenzt und hat meist Folgen, die wir weder erwartet haben noch wirklich haben wollen. „Unerwünschte Nebenwirkungen“ könnte man sie nennen, denn sie sind Ergebnis einer unbewussten Schöpfung. Solch „unbewusste Schöpfungen“ erzeugst du mit deinen Gedanken und Ideen ständig, allerdings ohne, dass dir dies klar ist!

Gedanken, Glaube und Entscheidungen entscheiden maßgeblich darüber, wie du die Welt wahrnimmst und welche Erfahrungen du machst. Darin liegt deine schöpferische Kraft. Anders gesagt:

Du erschaffst deine Welt durch deine Gedanken, deinen Glauben und deine Entscheidungen.

Nehmen wir als Beispiel die Wohnung oder das Haus, in dem du lebst. Du hast entschieden, es zu mieten, es zu kaufen oder es zu bauen. Deine Entscheidung hat zu dem Umfeld geführt, in dem du jetzt wohnst. Das klingt wenig spektakulär, ist aber ein anschauliches Beispiel dafür, wie du dir mit deinen eigenen Entscheidungen dein Umfeld gestaltest.

Was sind Entscheidungen? Eine Entscheidung ist ein Vorgang in deinem Geist, bei dem du gedanklich zwischen mehreren Möglichkeiten auswählst. „Möglichkeiten“ sind Ideen und Vorstellungen in deinem Bewusstsein. Bewusstsein ist die Fähigkeit, die Tätigkeit des Geistes wahrzunehmen. Geist spielt dabei also immer die zentrale Rolle, weil er die Quelle aller Gedanken ist. Dein Bewusstsein und dein Ego entscheiden darüber, welchen dieser Gedanken du zulässt, akzeptierst und wahrnimmst. Und welche nicht. Dies ist ein dir zumeist unbewusster Vorgang.

Aufgrund der Auswahl dieser Gedanken triffst du deine Entscheidungen. Und deine Entscheidungen bestimmen dann deine Realität.

Das Auto, das du fährst, den Beruf, den du ausübst, die Wahl deiner Freunde oder deines Partners – das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein all dieser Dinge basiert auf Entscheidungen. So wie fast alles, was du in deinem Umfeld wahrnehmen kannst. Sie sind jetzt Teil deines Lebens, weil du dich dazu entschieden hast. Entscheidungen sind geistige Prozesse. Daher lässt sich sagen: Du hast deine Wirklichkeit mittels deines Geistes selbst erschaffen.

Auch die Werte, die du für wichtig hältst, die Grundsätze, deine Glaubenssätze und bestimmte Denkmodelle, die du für „wahr“ hältst, beruhen auf Entscheidungen, die du getroffen hast. Diese Entscheidungen haben zu der „Brille“ geführt, durch die du heute die Welt siehst. Auch sie hast du dir also selbst erschaffen.

Die Qualität und die konkreten Ausformungen in deiner Welt hängen davon ab, was du als Basis für deine Entscheidungen gewählt hast: das Ego (Angst) oder den reinen Geist (Liebe). Das eine führt zu einer scheinbar gefährlichen und konfliktbehafteten Welt, das andere zu einer harmonischen, glücklichen und friedvollen Welt.

Da die Grundlagen, auf deren Basis du deine Entscheidungen triffst, für dich so bedeutsam sind, schauen wir uns die Optionen, die du diesbezüglich hast, jetzt genauer an.

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