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8 Das Ende des Streitens

Der Lichtschalter in deinem Kopf

Solange wir in der Welt des Egos leben, werden wir mit scheinbaren Angriffen auf unsere Sicherheit und unsere Glaubensvorstellungen konfrontiert. Die meisten von uns verteidigen die Welt und Sichtweise ihres Egos. Jeder hat gute Gründe dafür, die Welt so zu sehen, wie er sie sieht. Manches stimmt vielleicht mit deiner eigenen Sichtweise überein, anderes steht deinem eigenen Weltbild diametral entgegen. Das gilt auch für die in diesem Buch dargestellten Ideen.

Manchmal, wenn jemand deine Sichtweise, deinen Glauben oder deine Überzeugungen berührt oder sogar infrage stellt, kommt der Impuls, denjenigen am liebsten sofort zum Mond schießen zu wollen. Oder, je nach Intensität der Situation, kommen einem vielleicht sogar noch drastischere Gedanken der Abwehr, denn das Ego verteidigt seine Glaubenswelt – oft mit drastischen Mitteln, die übertrieben sind. Abwehr ist ein Schutzmechanismus. Aber was genau soll durch Abwehr eigentlich geschützt werden?

Du denkst oder sagst beispielsweise: „Ich fühle mich von dir angegriffen!“ Was genau wird dann vermeintlich in dir angegriffen? Wer ist dieses „ich“, das du damit meinst? Dein Körper? Dein Geist? Dein Ego? Du kannst dich nur angegriffen fühlen, wenn du dich mit deinem Körper oder deinem Ego identifiziert hast. Vor allem das Ego fühlt sich ständig angegriffen! Und zwar von allen, die nicht so denken oder handeln, wie es selbst.

Das Ego lebt von Konflikten, und deshalb sieht es überall Konflikte, Gefahren und potenzielle Angreifer. Das liegt daran, dass sich das Ego als getrennt, individuell und allein empfindet. Und darin liegt eine Schwäche, die es veranlasst zu denken, es müsse sich ständig gegen irgendetwas verteidigen, um zu überleben. Der dahinterliegende, falsche Grundgedanke des Egos liegt in der Annahme, sich vermeintlich aus der Einheit herausgetrennt zu haben. Deshalb ist Angst eine der wesentlichen Grundeigenschaften des Egos. Das Ego fürchtet Strafe, Schmerz oder Verlust, weil es die Einheit vergessen hat, aus der es stammt. Diese Angst ist ein Ruf nach Erinnerung.

Das Grundwesen des reinen Geistes ist Liebe. Angst und Liebe sind Gegensätze. Liebe kennt keinen Groll oder Ärger, weil sie auf das Verbindende schaut, nicht auf das Trennende. Daher ist es nie der reine Geist, der sich angegriffen fühlt, sondern immer das Ego, weil es glaubt, verletzlich und verwundbar zu sein.

Jeder hat einen freien Willen und damit die Möglichkeit, sich für die eine oder andere Sichtweise zu entscheiden. Die Sichtweise von anderen zu be- oder verurteilen, steht niemandem zu. Andere zu be- oder verurteilen, führt ja gerade zu dem destruktiven Mechanismus, der Angriff und Verteidigung, Täter und Opfer, Verlierer und Gewinner erzeugt. Und verursacht so immer Leid auf beiden Seiten, beim Urteilenden und dem Verurteilten, die in Wahrheit eins sind, weil es nur einen Geist gibt, der uns in verschiedenen Verkleidungen und Formen erscheint.

Dies ist nur ein Auszug aus dem Kapitel.

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