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6 Wie Schuld dich gefangen hält

Der Lichtschalter in deinem Kopf

Stelle dir vor, du wachst morgens auf und dein erster Gedanke ist: „Ich hätte mehr machen müssen!“ Dieses Gefühl begleitet Millionen Menschen jeden Tag. Schuld ist eine Idee des Egos. Sie hat immer etwas mit der Vergangenheit und deren Interpretation zu tun.  Wie ist das bei dir – hast du Schuldgefühle bezüglich deiner Vergangenheit?

Hast du etwas getan oder nicht getan, gesagt oder nicht gesagt, das du bereust und für das du dich immer noch schuldig fühlst? Dann ist dies ein Felsbrocken, den du immer noch mit dir herumträgst. Dabei ist es nur eine Idee. Denn Schuld entsteht durch ein Urteil über dich selbst. Nur du kannst dich verurteilen – und nur du kannst diesen „Schuldspruch“ wieder aufheben, um dich zu befreien.

Warum wir uns schuldig fühlen, obwohl wir nichts Falsches getan haben

Vielleicht bist du dir keiner konkreten Schuld bewusst und kannst nichts benennen, weswegen du dich schuldig fühlst. Dennoch behaupte ich, dass da doch ein tiefes Schuldgefühl, unbemerkt von dir, in deinem Unterbewusstsein schlummert. Woher ich das weiß? Weil du hier bist! Hier auf der Erde.

Du hast dich freiwillig von der Einheit getrennt und wolltest deinen eigenen Weg gehen. Das war der Moment, in dem das Ego entstand, und es war der Moment, in dem gleichzeitig ein tiefes Schuldgefühl in dir entstand. Mehr noch: Eine Art Selbsthass. Denn in der Einheit hattest du alles. Du warst geborgen, unverletzlich, unsterblich, in unsagbarer Freude am Sein und in vollkommener Liebe zu allem, was existiert.

Und jetzt? Jetzt bist du allein und auf dich selbst gestellt, hast einen Haufen Probleme und Herausforderungen, wirst scheinbar von allen Seiten angegriffen oder bedroht und lebst in Angst vor Verletzung und Tod. Ein schöner Tausch ist das! Und möglicherweise hasst du dich dafür insgeheim selbst.

Du könntest dies darin erkennen, dass du dich und andere manchmal wenig liebevoll behandelst. Oder sich sogar selbst schädigst durch Genussmittel, durch destruktive Denkmuster, mit denen du dich selbst erniedrigst, verurteilst und Leid antust. Dies kann man als Formen von Selbsthass interpretieren.

Vielleicht projizierst du Selbsthass auch nach Außen. Beispielsweise auf bestimmte Umstände, auf scheinbare Ungerechtigkeiten, auf Politiker, Konzerne, Nachbarn, Ausländer oder etwas anderes. Das Außen ist immer nur ein Symbol für das, was in dir ist. Es ist dein Ego, das dem Außen eine Bedeutung gibt. Daher siehst du immer nur eine Welt, die den Denkmustern deines Egos entspricht und sie bestätigt.

Das Ego basiert auf der Erfahrung von Getrenntheit. Es sehnt sich nach Verbindung, weiß aber nicht, wie es eine solche Verbindung herstellen kann. Fühle diese tiefe Sehnsucht deines Egos nach und erinnere es daran, dass wir in Wahrheit nie von der Einheit und der Liebe der Quelle getrennt sind.  Dann wird das Gefühl von Einsamkeit und Verlorenheit weichen und einem Gefühl von Liebe und Verbundenheit weichen.

Dies ist nur ein Auszug aus dem Kapitel.

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