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Beziehungen

Der Kampf um Energien - die Grundtypen der Energiesauger

Oft ist innerhalb von Beziehungen – damit sind auch die Beziehungen zu Kollegen und Freunden gemeint - ein Wettstreit um Energien im Gange. Auf diese Weise wird versucht, Aufmerksamkeit, Liebe, Anerkennung oder Unterstützung von anderen zu erhalten, statt sie in sich selbst zu entwickeln.

Um zu veranschaulichen warum wer auf welchem Wege an unsere Energie gelangen will, ist die Beschreibung folgender vier Grundtypen hilfreich:

1) Die Einschüchterer
Einschüchterer stehen gern im Mittelpunkt binden die Kraft anderer dadurch, dass sie laut, kraftvoll, unberechenbar und aggressiv sind. Sie drohen mit Strafen und machen mit zornigen Wutanfällen auf sich aufmerksam. Ihr Motto ist: „Erst ich!“ und „Ich bekomme, was ich will!“. (Siehe z.b. Donald Trump mit seiner „America first“ Strategie). Einschüchterer sind autoritär, glauben oft nur an Zahlen und Fakten und suchen nach ebenbürtigen Partnern, die ihnen Grenzen setzten. Einschüchterer wirken attraktiv durch ihre machtvolle Aura. Sie bewirken Gefühle von Angst oder Aggression. Sie ergänzen sich am besten mit dem "Opfer"-Typus.

2) Die Kontrolleure
Der Typ des Kontrolleures ist selbstgerecht, oft abwertend, sehr kritisch, perfektionistisch und neugierig. Kontrolleure hinterfragen alles und versuchen zu beweisen, dass alle anderen Unrecht haben. Sie fragen gern „Wohin gehst du?“ oder „Warum hast du nicht...?“. Sie bestechen durch Witz, Logik, Fachwissen und Intellekt. Schnell fühlt man sich durch sie überwacht, unsicher und minderwertig. Kontrolleure ergänzen sich mir den "Unnahbaren" und den "Opfern", denen sie durch ihre Kritik und ständigen Fragen Energie abziehen.

3) Die Unnahbaren
Die Unnahbaren sind in ihrer inneren Welt der ungelösten Probleme, Ängste und Zweifel gefangen. Unnahbare sind oft einsam weil sie fürchten, durch „Einschüchterer“ einen fremden Willen aufgedrängt zu bekommen oder sich gegenüber Kontrolleuren rechtfertigen zu müssen. Sie machen am liebsten alles selbst, wirken oft arrogant und leben in Distanz zu anderen. Sie brauchen viel Freiraum und meiden bindende Vereinbarungen. Unnahbare sagen Sätze wie: „Ich bin eben anders als andere“, „niemand versteht mich wirklich“ oder „ich brauche mehr Zeit/ Geld,/Raum“.

Ihr Hauptproblem sehen sie meist in einem vermeintlichen Mangel, beispielsweise in Geld, Freunden oder Kontakten. Sie neigen daher dazu, sich an die Seite von „Opfern“ zu stellen. Bei Konflikten werden Unnahbare schnell unverbindlich und gehen in Deckung. Dieser Typus wirkt durch seine mysteriöse und verschlossene Art interessant. Seine Wirkung auf andere ist Verunsicherung und Ohnmacht. Unnahbare ergänzen sich mit "Kontrolleuren", lassen sich aber auch mit "Opfern" und "Einschüchterern" gern auf ein Drama ein.

4) Die Opfer
Opfer glauben, von Dingen im Außen abhängig zu sein und zu wenig Energie zu haben, um ihre Probleme aktiv anzugehen. Die „Schuld“ an Ihren Umständen haben immer die anderen. Sie schweigen häufig und sind sich darin den Unnabahren ähnlich, geben ihrem Pessimismus allerdings durch besorgten Gesichtsausdruck, Tränen, in-die-Ferne-starren und zögerlichen Antworten einen Ausdruck. Gern lassen Sie anderen den Vortritt und fügen sich deren Wünschen.

An wirklichen Lösungen sind sie nicht interessiert, schließlich würden sie dann die Quelle ihrer Energie verlieren. Daher sagen sie gern „Ja, aber..“ Es fällt ihnen schwer, Grenzen zu setzen, sie sind defensiv, oft müde, entschuldigend, reden gern und viel und versuchen, die Probleme anderer zu lösen. Sie sind oft sehr entgegenkommend und lassen sich auch auf schnelle Bettgeschichten ein, jedoch nur, um sich anschließend darüber zu beschweren, dass man sie ausgenutzt hat. Dann fallen Sätze wie „Schau mal, was du mir angetan hast!“. Sie leben von den Kräften und Energien anderer. Ihre Attraktivität besteht in ihrer Hilfsbedürftigkeit und Verletzlichkeit. Sie erzeugen in anderen Schuldgefühle und Aggression. Sie suchen Partner, die sie in irgendeiner Form bedrohen, also besonders "Einschüchterer".

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Natürlich ist dieses Modell dieser vier Grundtypen – wie alle Modelle und Konzepte – nicht vollkommen und bei vielen sind unterschiedliche Anteile der verschiedenen Typen vorhanden. Aber das Modell gibt eine Vorstellung davon, wie diese vier Grundtypen – meist natürlich unbewusst – Energie von anderen abziehen.

Sicher kennst du auch Personen, nach deren Kontakt du dich müde und ausgelaugt fühlst. Das ist immer ein Hinweis darauf, dass der andere erfolgreich Energie von dir abgezogen hat, ohne dass du dich dagegen gewehrt oder geschützt hast. Um sich vor solchen und anderen Energieräubern zu schützen, gibt es wirksame Methoden, siehe unter -> Schutz. Empfehlenswert ist, Menschen, die uns als Einschüchterer, Kontrolleur, Unnahbarer oder Opfer begegnen, auf Ihre Taktik aufmerksam zu machen und sie auf liebevolle, aber bestimmte Weise damit zu konfrontieren.

Frage zum Beispiel den Einschüchterer, was ihn so verärgert hat. Oder ob er möchte, dass andere Angst vor ihm haben. Der Einschüchterer ist von allen vier Grundtypen vermutlich derjenige, der am meisten von seiner inneren Quelle und Wahrheit entfernt ist. Er wird lernen müssen, mit seinen tieferen Gefühlen in Kontakt zu kommen. Ansonsten wird das Leben ihm früher oder später Lektionen servieren, die den Einschüchterer mit Demut und seinen tieferen Gefühlen in Berührung bringen werden.

Für den Kontrolleur kann es hilfreich sein, wenn du ihm sagst, welche Gefühle seine Fragen bei dir auslösen. Frage ihn, was ihn in Wirklichkeit stört. Für ihn gilt es, seine emotionale Leere anzuerkennen und den inneren Weg zu wahrer Lebensfreude und Fülle zu finden.

Auch dem Unnahbaren gegenüber ist es oft hilfreich, seine Wirkung auf dich mitzuteilen und nach dem Grund seines zurückgezogen-seins und seinen Gefühlen zu fragen. Die Einbeziehung der Intuition kann für den Unnahbaren ein wichtiger Schlüssel zu innerer Weisheit und Frieden sein.

Opfer werden manchmal aufmerksam, wenn man ihnen gegenüber klar macht, dass sie vollkommen selbst für ihre Situation verantwortlich sind. Das du nicht länger bereit bist, dich für deren Umstände verantwortlich machen oder dir irgendwelche Schuldgefühle aufdrücken zu lassen. Manchmal helfen nur drastische Ereignisse, um aus der Opferrolle herauszufinden: Trennungen, Konkurs, Arbeitslosigkeit oder schwerere Krankheiten zum Beispiel. Daher heißt es: „Wer sich vor Eigenverantwortung drücken will, den drückt das Leben“. Durch die hierdurch ausgelösten Gefühle wie Isolation, Schmerz, Desillusionierung, Wertlosigkeit und das Gefühl, versagt zu haben, werden Heilungsimpulse gesetzt, die dazu führen können, dass die betreffenden Personen wieder Verantwortung für ihr eigenes Leben übernimmt.

Ein Zeichen für eine gesunde Partnerschaft ist, wenn keine gegenseitigen Abhängigkeiten oder Süchte bestehen. Wenn man nicht sagt: „Ich brauche dich!“ sondern in der Lage ist, alles Ersehnte in sich selbst zu finden und das Zusammensein und den gegenseitigen Energieaustausch als Geschenk anzunehmen – ohne davon abhängig zu sein. Und wer die Quelle für seine innere Kraft gefunden hat, ist in der Lage, anderen, die es wirklich wollen, zu helfen. Denn erst wenn wir aus der eigenen Quelle schöpfen können, werden wir aufhören, die Energie von anderen abzuziehen.


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