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Gott

Gibt es einen Beweis für die Existenz Gottes?

Viele von uns sehnen sich nach einem Beweis dafür, dass es Gott gibt. Und dafür, dass es eine geistige Welt gibt, geistige Wesenheiten wie z.B. Engel, die uns beschützen und uns umsorgen. Der Irrtum besteht hier in dem Ansatz, einen solchen Beweis im Außen erfahren zu wollen. Beispielsweise durch das Erscheinen eines Lichtwesens, das sich plötzlich vor uns materialisiert und uns ein „Halleluja!“ zuruft. Oder andere vom Verstand nicht erklärbare Phänomene - hinter denen der ungläubige Verstand dann jedoch sofort einen "Trick" vermuten würde .

Dahinter steht der Versuch, Glauben durch Beweise zu begründen (oder zu widerlegen). Dies ist ein Trick des Egos (siehe -> Ego). Es will verhindern, dass es seine Macht über uns verliert, denn die behält es nur, solange wir uns ans an der sichtbaren, physischen Welt orientieren. Schließlich ist es seine Funktion, dass wir uns in der irdischen Realität zurecht finden und darin überleben. Die Frage nach Beweisen dient dem Ego vorrangig nur nur als Abwehr gegen die Existenz einer Ebene, über die es keine Kontrolle hat.

Wenn Glaube erst dann entstehen würde, wenn wir einen unwiderlegbaren Beweis hätten, bräuchten wir unseren Glauben nicht mehr. Dann hätten wir ja einen Beweis. Zudem wird das Ego immer versuchen, jeden Ansatz eines Beweises für etwas außerhalb seines Machtbereichs anzuzweifeln und uns als Schwindel zu präsentieren. In unserer dualen Welt gibt es für jedes auftretende Phänomen immer mehrere Erklärungsmodelle, die dazu geeignet sind, die innere Haltung zu bestätigen. Ein und dasselbe Ereignis lässt sich unterschiedlich interpretieren, ganz im Sinne des Betrachters. Schauen wir uns z.B. eine politische Diskussion an: eine bestimmte Entwicklung (ein Faktum) wird von verschiedenen Parteien auf völlig unterschiedliche Faktoren zurückgeführt und zwar stets so, dass es der Untermauerung oder als Beweis für die Richtigkeit der eigenen Position dient.

Wer aufgrund seiner Glaubenssätze (man beachte die Ironie!) eine bestimme Idee oder Wahrheit ablehnt, wird immer Argumente finden, sie zu widerlegen. Jeder "Beweis", der außerhalb von uns selbst liegt, lässt sich - je nach Bewusstsein des Einzelnen - unterschiedlich interpretieren. Kein Beweis, der außerhalb von uns selbst liegt, hätte eine dauerhafte Wirkung! Wer nicht an Gott glauben will, wird auch keine der "unerklärlichen" Ereignisse in seinem Leben als Beweis akzeptieren.

Jeder Mensch verfügt über einen freien Willen. Als Menschen können wir durch eigenes Erkennen und innere Erfahrungen den Weg zum Göttlichen finden, nicht durch äußere Beweise. Denn dies würde - wie aufgezeigt - keine dauerhaften Früchte tragen und keinen inneren Halt geben. Das höchste Gut des Menschen ist sein freier Wille. Dieser wird von allen geistigen Hierarchien ohne Einschränkung respektiert. Jeder Beweis würde den freien Willen des Menschen in Sachen Glaube an Gott oder den Glauben an die Existenz geistiger Welten ad absurdum führen. Aus diesem Grunde werden Bitten nach "Beweisen" von der geisitgen Welt nicht erfüllt.

Es gibt es Menschen die behaupten, sie wissen, dass Gott existiert. Wie kann man sich in etwas sicher sein, dessen Beweisbarkeit sich jedweden Messmethoden entzieht? Spirituelle Gewissheit ist eine Folge von sich gegenseitig beeinflussenden Vorgängen:

Glaube <-> Gedanken <-> Erschaffung <-> Erfahrung
Was wir denken bzw. glauben, das erschaffen wir (siehe -> Schöpferkraft).
Was wir erschaffen, das erfahren wir (siehe -> Geistige Gesetze, das Prinzip von Ursache und Wirkung).
Was wir erfahren, das glauben wir. Es beeinflusst unser Denken.

Dies ist der Kreislauf und zugleich der Schlüssel zu unserer bewussten Schöpferkraft.
Jesus drückte diesen Vorgang so aus: „Jedem geschieht nach seinem Glauben“.

Das, was wir glauben, führt schließlich zur unserer Realität. Das ist eines der größten Geheimnisse, die uns die spirituelle Lehren offenbaren: Wir erschaffen uns unsere Realität selbst! Das, was uns als vorgegebene, äußere Welt, als äußere Realität erscheint, ist in Wahrheit etwas, dass wir selbst – wenn auch meist unbewusst – erschaffen haben. So lange wir meinen, wir könnten erst an Gott oder die Existenz geistiger Wesenheiten glauben, wenn wir sichtbare oder messbare Beweise im Außen dafür haben, blicken wir in die falsche Richtung, nämlich nach Außen statt nach Innen.

Wenn ich an die Existenz einer bestimmten Sache nicht glaube - warum sollte ich mich damit beschäftigen oder Erfahrungen damit machen wollen? Das wäre reine Zeitverschwendung! Wenn ich umgekehrt bestimmte Dinge zumindest für möglich halte und bereit bin, Erfahrungen damit zu machen, ohne diese von vornherein als Beweis für die eine oder andere Richtung nutzen zu wollen, wird Entwicklung möglich. Dann können wir uns inneren und auch äußeren Phänomenen öffnen und Erfahrungen sammeln. Darin liegt die Sicherheit der wahrhaft spirituellen Menschen: Aus ihrem Glauben und Ihrer Offenheit wurden innere und äußere Erfahrungen, die Ihnen schließlich Gewissheit gaben. Irgendwann glauben sie nicht mehr, sondern sie wissen. Sie WISSEN dann, dass es Gott gibt.


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